Bahnübergang: Brücke oder Unterführung?

Am Sonntag stimmen die Lindauer Wähler darüber ab, wie man den Bahnübergang direkt vor der Insel beseitigen könnte. Es geht um die Frage, ob die Bahnschranken durch eine Brücke oder durch eine Unterführung ersetzt werden sollen.

Böse Zungen behaupten, die Schranken vor der Insel sind länger zu als offen. Tatsächlich gehen die Schranken jeden Tag sage und schreibe 78-mal auf und zu manchmal für mehr als fünf Minuten. Eine Bürgerinitiative wirbt deshalb für eine Brücke. Sie sei günstiger, mit weniger Folgekosten verbunden, schneller zu bauen und ohne Risiken etwa bei Hochwasser, so Ralph Baehr von der Bürgerinitiative.

Video: „Vorarlberg heute“-Beitrag von ORF-Redakteurin Tarja Prüss. Sie sprach mit Ralph Baehr von der Bürgerinitiative „Brücke“, mit dem Oberbürgermeister Gerhard Ecker und mit Lindauer Bürgern.

Eine Brücke könne im Gegensatz zu einer Unterführung nicht „absaufen“, so Baehr. Die Stadt rede von Verfremdungen. So sage sie, die Brücke sei stadtbildunverträglich. Allerdings benötige die Unterführung einen erheblichen technischen Aufwand. Es müsse unter der Straße ein großes Auffangbecken für Regenwasser gebaut werden, welches mit Hilfe von Pumpen entleert werden müsse. Dafür brauche es einen kleinen See: „All dies braucht eine Brücke nicht“, meinte Baehr.

Brücke

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So könnte eine Brücke aussehen.

Stadt lancierte zweites Begehren

Die Stadt favorisiert eine Unterführung und lancierte daher ein zweites Begehren - ein sogenanntes Ratsbegehren. Die Unterführung würde knapp 14 Millionen Euro kosten - eine Brücke dagegen 17,5 Millionen. Auch die Kosten für den Unterhalt der Brücke seien teurer, so Oberbürgermeister Gerhard Ecker. Er ist davon überzeugt, dass alle Argumente für die Unterführung sprechen. Es gebe städtebauliche, finanzielle und zeitliche Vorteile. Städtebaulich würde für die Unterführung sprechen, dass sie nicht so erheblich auffalle wie eine Brücke und den Stadtteil Eschach nicht durchschneide. Zudem sei eine Unterführung billiger und könnte schneller realisiert werden als eine Brücke.

Unterführung

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So stellte sich die Stadt eine Unterführung vor.

Die Bürgerinitiative wirft der Stadt vor, die Bürger mit falschen Informationen bewusst zu täuschen, so Baehr. Die Stadt habe einen Tunnelblick und würde sei 1976 den Bau einer Unterführung favorisieren und dabei Alternativen ausblenden. Dies will der Bürgermeister nicht kommentieren. Es sei alles gesagt.

Da beide Begehren, also für die Brücke und für die Unterführung - eine Mehrheit erzielen können, gibt es zwingenderweise eine Stichfrage: Brücke oder Unterführung.

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