Kein Platz für Asylwerber in Kasernen
Die Zahl der Asylanträge ist in den vergangenen Monaten um insgesamt 30 Prozent gestiegen. Besonders die Erstaufnahmestellen in Nieder- und Oberösterreich sind diesem Ansturm nicht mehr gewachsen. Mehr als 600 - darunter viele Minderjährige - warten auf eine Übernahme. Nun appelliert Innenministerin Johanna Mikl-Leitner an die Solidarität der Bundesländer - unter anderem mit der Aufforderung an Verteidiungsminister Darabos, die Möglichkeit zu prüfen, Asylwerber kurzfristig in leeren Kasernen unterzubringen.
Landesrat Erich Schwärzler begrüßt den Vorschlag von Mikl-Leitner. Bereits in der Vergangenheit seien in der Nenzinger Galina-Kaserne von der Caritas Flüchtlinge vorübergehend untergebracht worden. Mittlerweile gäbe es aber keine leer stehenden Kasernen mehr im Land.
Quotenforderung noch nicht erfüllt
Vorarlberg hat die von der Bundesregierung geforderte Quote zur Aufnahme von Asylwerbern noch nicht erfüllt. Derzeit befinden sich etwa 640 Personen in Grundversorgung. Laut Quotenforderung sind rund hundert Personen mehr gefordert.
Vorarlberg sei aber bemüht zusätzliche Plätze zu schaffen, so Schwärzler. Dazu habe er bereits erste Gespräche mit den Verantwortlichen der Caritas geführt. Man wolle kurzfristig mehr Asylwerber aufnehmen, um die Erstaufnahmestellen Traiskirchen und Thalham zu entlasten.
Link:
Mikl-Leitner: Asylwerber in Kasernen? (news.ORF.at, 19.7.2012)
Publiziert am 20.07.2012

