Bauarbeiter wollen Änderung bei Pension

Bauarbeiter leisten körperliche Schwerstarbeit. Dennoch schaffen es nur wenige von ihnen in eine Schwerstarbeiterpension. Die Gewerkschaft verlangt Änderungen.

4.900 Personen sind in Vorarlberg am Bau beschäftigt. Sie sind ständig der Witterung ausgesetzt - ob es nun eisig kalt ist oder brütend heiß. An die 10 Tonnen Material transportieren sie im Laufe eines Arbeitstages per Hand. Eigentlich ist das Schwerstarbeit im reinsten Sinne - doch nur die wenigsten Arbeiter schaffen es auch in die Schwerst-arbeiterpension.

Körperliche Schwerstarbeit hat ihren Preis. Von bundesweit 130.000 Bauarbeitern sind nur 1.000 mit 60 Jahren noch aktiv. Alle anderen müssen gesundheitsbedingt aufgeben - gehen in Früh- oder Invaliditätspension. Der Wunsch der Betroffenen ist das meistens nicht, sagt der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau/Holz, Josef Muchitsch. Denn als Schwerarbeitspensionisten hätten sie - verglichen mit der Invaliditätspension - 630 Euro brutto mehr jeden Monat. Um etwas zu ändern, müsse man auf mehreren Ebenen ansetzen, meint Muchitsch

Es sei eine große Herausforderung, die Bereiche Gesundheit, Aus- und Weiterbildung, Urlaubsverbrauch, Neuregelung, was Überstunden und Schlechtwetter betrifft zu überdenken.

Vorschlag: Altersteilzeit

Die 45 Versicherungsjahre für die Schwerarbeitspension schaffen in Vorarlberg nur die wenigsten. 2011 gingen gut 2.300 Arbeiter und Angestellte in Pension - die Schwerarbeiterpension bekamen nur 10 zuerkannt. Ein Altersteilzeitmodell könnte Abhilfe schaffen, meint Muchitsch. Aber - wer soll das bezahlen?

Ma sei bereit, sagt Muchitsch, über Dienstnehmer- und Dienstgeberbeiträge zu sprechen. Aber auch die öffentliche Hand sei eingeladen, sich zu beteiligen. Jedes Jahr, wo Arbeiter später in Pension gehen, habe der Betroffene eine höhere Pension, aber auch der Staat und die Pensionsversicherung mehr Beiträge.

Im Herbst sollen die Verhandlungen mit den Arbeitgebern in die nächste Runde gehen.