Kinderpornografie: 14 Verdächtige in Vorarlberg

Der Polizei ist der bisher größte Schlag gegen Kinderpornografie in Österreich gelungen. Bei der Aktion „Carole“ wurden 272 Österreicher ausgeforscht, darunter 14 Vorarlberger. Sie werden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Videobeitrag von Andrea Brückner; zu sehen sind Ewald Ebner (Leiter Büro Allgemeine Kriminalität) und Harald Gremel (Leiter Referat Gewaltkriminalität BKA)

In der von luxemburgischen Behörden eingeleiteten und vom Bundeskriminalamt koordinierten Operation „Carole“ konnte in Österreich bei 272 Personen kinderpornografisches Material sichergestellt werden - mehr dazu in Bisher größte Schlag gegen Kinderpornographie.
14 Verdächtige kommen aus Vorarlberg

Pädophilenring

BUNDESKRIMINALAMT

Die darauffolgenden Hausdurchsuchungen wurden durch die Landeskriminalämter vorgenommen. Die Ermittlungen und Auswertungen der beschlagnahmten Datenträger sind derzeit noch im Gange.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um Männer im Alter von 17 bis 70 Jahren aus allen sozialen Schichten. Darunter sind auch Berufsgruppen, die direkt mit Kindern arbeiten. Im Zuge der Aktion konnte bereits ein Missbrauch eines 12-jährigen Mädchens geklärt werden.

Opfer immer jünger, Taten immer brutaler

Die Operation „Carole“ erstreckte sich über ein Jahr und wurde weltweit in 141 Ländern durchgeführt. Nahezu alle Server, über die Kinderpornografie angeboten wird, befinden sich im Ausland. Zwar ginge die Anzahl der kinderpornografischen Internetseiten zurück, doch einschlägiges Material werde zunehmend auf Foren und Chats versteckt, so Chefinspektor Harald Gremel. Zusätzlich sei feststellbar, dass die Opfer immer jünger und die Taten zunehmend brutaler werden.

„Pyramide des sexuellen Missbrauchs“

Die Experten im Bundeskriminalamt sprechen in diesem Zusammenhang von der sogenannten „Pyramide des sexuellen Missbrauchs“. „Der Einstieg beginnt mit der Konsumation, mit der wissentlichen Betrachtung kinderpornographischer Bilder und Videos im Netz. In einem nächsten Schritt kommt es dann zur Verbreitung und schlussendlich zur direkten Kontaktaufnahme mit den Opfern. Die Spitze der Pyramide ist der sexuelle Missbrauch“, beschreibt Ewald Ebner, Leiter des Büros für Allgemeine Kriminalität im Bundeskriminalamt die Vorgehensweise. Deshalb sei es wichtig, bereits Konsumenten und potentielle Täter festzunehmen.