Schuss vor den Bug: Ärzte beenden Vertrag
Der Vertrag besteht seit 1996. Die Kündigung des Bereitschaftsdienstes soll im Jänner 2013 wirksam werden. 16 Ärzte haben sich der Kündigung angeschlossen.
Die geplante Ordination neben dem Dornbirner Stadtspital soll der Entlastung der Ambulanz dienen. Die praktischen Ärzte sind jedoch dagegen. Es sei eine vorsorgliche Kündigung, heißt es aus Ärztekreisen.
Der Ärztesprecher der niedergelassenen Ärzte, Harald Schlocker, kritisiert, dass die Dornbirner Ärzte nicht damit einverstanden seien, wenn zusätzlich zu ihren Bereitschaftsdiensten eine „Triageordination“ (triagieren bedeutet vorselektieren) eingerichtet werde. Die Ärzte hätten angeboten, ihre Ordinationen bis 22 Uhr offen zu lassen. Außerdem sind sie nicht überzeugt, dass eine Ordination vor dem Spital eine wirkliche Entlastung für die Ambulanzen bringe.
Im Video zu sehen: Hermann Blaßnig (Sprecher Spitalsärzte), Harald Schlocker (Sprecher der niedergelassenen Ärzte); Beitrag von Stefan Krobath, Alexander Roschanek, Bernhard Torghele
Spitalsärztesprecher: Keine Konkurrenz
Für den Sprecher der Spitalsärzte, Hermann Blaßnig, ist die neu geplante Ordination ein Muss, um Patientenströme weg vom Krankenhaus hin zu den Hausärzten lenken zu können. Die Ärzte in der Triageordination seien keine Konkurrenten. So könnten sie zum Beispiel keine Arbeitsunfähigkeiten bestätigen oder Patienten zu Kontrollen wiederbestellen.
Vorschläge zur Entlastung
Ideen zur Entlastung der Patienten gäbe es von Seiten der Ärzte, so Ärztesprecher Harald Schlocker. Doch das sei Sache der Politik - sowohl der Landes- als auch der Bundespolitik. Andenkbar seien beispielsweise gestaffelte Versicherungsbeträge oder Ambulanzgebühren. Auch Kautionen, die der Patient zurückbekomme, wenn er „zurecht“ in die Spitalsambulanz gekommen sei, könnten laut Schlocker überlegt werden.
Ärztekammer unterstützt Pilotprojekte
Die Ärztekammer steht hinter den Pilotprojekten. In Bregenz ist die Erstversorgungseinheit erst seit einem Monat in Betrieb. Die „Triageordination“ in Dornbirn ist noch in Vorbereitung. Die Vertreter der Ärztekammer sehen in diesen Projekten sinnvolle Einrichtungen zur Entlastung der Ambulanzen.
Politik rechnet mit Lösung
Bürgermeister Wolfgang Rümmele (ÖVP) kündigt in den VN an, man werde sich bemühen, dass die Kündigung nicht umgesetzt werde. Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) ist ebenfalls zuversichtlich, dass bis Jänner noch genug Zeit ist, eine Lösung herbeizuführen.
Publiziert am 03.07.2012

