Großes Kinoprojekt in Bregenz wird geprüft
Man sei in Gesprächen, und von Seiten der Betreiber gebe es Interesse, so Thomas Schöpf, Projektleiter bei Rhomberg Bau.
„Nicht mit Kinobetreibern geredet“
Peter Pienz hingegen befürchtet das endgültige Ende der derzeit noch bestehenden fünf kleinen Kinos in Vorarlberg. Er betreibt in seiner Pension das Bregenzer Metrokino, das am 12. September vor 60 Jahren eröffnet und kürzlich um rund 200.000 Euro auf Hochglanz gebracht sowie technisch aufgerüstet wurde. Angesichts eines geplanten Großkinos in Bregenz sei ihm das Feiern gründlich vergangen. Er zitiert den Filmtitel „Denn sie wissen nicht, was sie tun“: Die Eröffnung eines weiteren Kinos hätte seiner Ansicht nach einen Kino-Kahlschlag zur Folge, der alle, vor allem aber die kleinen Kinos im Unterland betreffen würde.
Pienz kritisiert, dass mit niemandem von den kleineren Kinobetreibern im Vorfeld geredet worden sei. Zudem gebe es in Vorarlberg keinen weiteren Bedarf an Großkinos. Zur Zeit verteilen sich rund 82 Prozent der Kinobesucher auf die beiden Cineplexx-Kinos in Hohenems und Lauterach, der Rest des Kuchens, also rund 18 Prozent, bleiben den fünf Kleinen.
„Kinos leben von Blockbustern“
Laut Thomas Schöpf von Rhomberg Bau sprechen die kleinen Kinos mit ihren Nischenprogrammen ganz andere Zielgruppen an, ein Großkino sei somit keine wirkliche Konkurrenz.
Pienz sagt dazu, diese Einschätzung sei unrealistisch. Alle Kinos lebten von kommerziellen Filmen, das gelte auch für die kleinen Kinos. Natürlich habe man Nischen gefunden, aber von den Nischenfilmen könne man nicht leben.
Stadt befürwortet Projekt grundsätzlich
Aus der Sicht der Stadt Bregenz macht ein Großkino an diesem Standort durchaus Sinn, sagt Bürgermeister Markus Linhart. Er hoffe aber, dass auch bei allfälliger Eröffnung eines weiteren Kinos - das Projekt befinde sich ja noch in der Planungsphase - das Metrokino weiter Bestand haben werde. Es habe sich bisher gezeigt, dass sich das Kino mit Nischenfilmen gut behauptet habe, er hoffe, dass das weiter funktionieren werde.
Publiziert am 29.06.2012

