Seestadt: Prisma holt Drexel ins Boot

Ein Meilenstein wurde heute beim Bau des Seestadt-Areals in Bregenz gesetzt: Projektbetreiber Prisma holt sich die Vorarlberger Spar-Dynastie Drexel ins Boot. Damit bleibt die Seestadt ganz in Vorarlberger Hand.

40 Prozent der Gesellschafter-Anteile bleiben im Besitz der Firma PRISMA, 20 Prozent bei der Hypo-Landesbank und 40 Prozent gehen an die Familie Drexel. Das ist eine notwendige Struktur, um endlich im kommenden Jahr mit dem Bau des Seestadtareals beginnen zu können, sagt PRISMA-Geschäftsführer Bernahrd Ölz.

Damit verringert sich auch das Riskio für die Prisma-Gruppe - immerhin geht es bei dem Projekt um Investitionen in Höhe von 95 Millionen Euro.

Regionale Lösung trotz internationaler Interessenten

Dass trotz unzähliger Interessenten aus aller Welt die Vorarlberger Familie Drexel von Spar den Zuschlag erhielt, Begründet Ölz mit der Regionalität: „Es war ein starker Wettbewerb, es gab sehr großes Interesse von anderen Bewerbern. Diese Lösung ist aber die einzig wirklich regional verankerte. Jedes spekulative Moment ist ausgeschlossen, die Seestadt wird nicht an irgendeinen Fonds gehen.“

Seestadt-Verantwortliche

PRISMA

von links nach rechts: Mag. Marcus Wild (Geschäftsführer SES Spar European Shopping Centers GmbH), DI Bernhard Ölz (Vorstand PRISMA), Dr. Gerhard Drexel (Vorstandsvorsitzender SPAR Österreich)

Die Familie Drexel wurde in ganz Österreich durch ihre Spar-Märkte bekannt. Mittlerweile hat man eine eigene Gesellschaft für Shoppingcenter und ist dort Marktführer. Für Bregenz hat Gerhard Drexel, Vorstandsvorsitzender von Spar Österreich, ganz spezielle Pläne: „Wir wollen hier so etwas schaffen wie einen kultigen öffentlichen Raum - für Shoppingcenter, Wohnen, Arbeit und Freizeit.“

Neue Geschäfte bleiben vorerst geheim

Welche Geschäfte im neuen Seestadtareal unter Vertag genommen werden, wollte man heute noch nicht verraten. Sie sollen aber innovativ und ein bisschen anders sein, sagt Marcus Wild, Chef der Spar Shoppingcenter GmbH. Man werde in der Seestadt einige Marken finden, die es sonst im Land nicht gebe. Unterschrieben sei aber noch nichts.

Fix ist inzwischen die Ansiedlung eines Eurospar Marktes im Erdgeschoss. Das Gesamtprojekt umfasst eine Nutzfläche von rund 20.000 Quadratmetern. 15.000 davon entfallen auf Handels-, Dienstleistungs- und Gastronomieflächen, 4.200 Quadratmeter auf Wohnungen sowie 1.400 Quadratmeter auf Büroflächen.

Baubeginn 2013

Für die Stadt Bregenz ist die Lösung erfreulich, sagt Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP). Er setzt mit all den Vorarlbergern an Bord weiter auf ein gutes Gespächsklima bei diesem Bregenzer Großprojekt.

Die Einreichplanung soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein, ein Baustart wird für 2013 angestrebt.