Abgang von Turnusärzten in Bludenz verhindert
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Im Video zu sehen: Mathias Scheyer (Chefarzt LKH Bludenz), Simon Mayer (Sprecher Turnusärzte), Gerald Fleisch (Direktor Krankenhausbetriebsgesellschaft); Beitrag von Stefan Krobath, Holger Weize, Alexander Rauch
Weil sie mit ihren Arbeitsbedingungen nicht zufrieden waren, setzten neun Turnusärzte am Landeskrankenhaus Bludenz Anfang Juni ein Signal: Sie reichten geschlossen ihre Kündigungen ein. Nach Verhandlungen mit der Geschäftsleitung konnte nun eine Einigung erzielt werden. Acht Turnusärzte ziehen ihre Kündigung zurück - eine Ärztin hat noch Zeitausgleich, aber auch bei ihr geht Chefarzt Mathias Scheyer davon aus, dass sie zu den neu ausgehandelten Arbeitsbedingungen am Krankenhaus bleiben wird.
Entlastungsmaßnahmen fixiert
Ausgehandelt wurde, dass eine zusätzliche Ausbildungsstelle in der Kinderheilkunde in Feldkirch geschaffen wird. Das garantiert, dass die Turnusausbildung nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Weiters müssen die Turnusärzte nur noch die gesetzlich vorgeschriebenen sechs Nachtdienste im Monat machen, ein neuer Unfallchirurg- und eine sogenannte Dokumentationsassistentin werden eingestellt. Bleiben werden allerdings die dreieinhalb unbesetzten Turnusarztstellen.
Dieses Verhandlungsergebnis, das von allen Beteiligten am Dienstagabend unterschrieben wurde, diene zur Entlastung der Jungärzte, so Chefarzt Mathias Scheyer.
Umstrukturierungen im Krankenhausbetrieb
Gleichzeitig aber bedeute diese Lösung auch, dass an verschiedenen Stellen strukturelle Änderungen durchgeführt werden müssten. Fach- und Assistenzärzte müssten ebenso wie Pflegekräfte und alle anderen, die im Krankenhaus arbeiten, mit einem gewissen Anstieg der Arbeitsbelastung rechnen, so Scheyer. Patienten würden von der Neustrukturierung im Krankenhaus Bludenz aber nichts bemerken, ist der Chefarzt überzeugt. Ob das in der Realität tatsächlich so ist, bleibt abzuwarten. Denn die Unfallchirurgie beispielsweise schließt - Notfälle ausgenommen - ab sofort zwei Stunden früher als bisher, nämlich um 20.00 Uhr.
Einheitliches Tätigkeitsprofil in Erarbeitung
Turnusärztesprecher Simon Mayer, selber Mediziner in Bludenz, begrüßt das Verhandlungsergebnis. Nun sollte es aber endlich für alle einheitliche Regelungen geben, die die Turnusärzte wie in Bludenz entlasten. Man sei noch weit davon entfernt von einem richtig funktionierenden und flächendeckenden Turnusärztetätigkeitsprofil, so Mayer.
Gerald Fleisch, Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft stellt in Aussicht, dass eben ein solches, einheitliches Profil für alle Landeskrankenhäuser bis Ende des Jahres erarbeitet werden soll.
Links:
- Turnusärzte-Kündigung: Verhandlungen laufen (vorarlberg.ORF.at, 4.6.2012)
- Turnusärzte setzten Signal durch Kündigungen (vorarlberg.ORF.at, 1.6.2012)
Publiziert am 13.06.2012

