Körbersee: Verstecktes Juwel inmitten der Berge

Wer diesen Schatz finden möchte, muss das Auto stehen lassen: Zum Körbersee kommt man im Winter am einfachsten auf Skiern und im Sommer am besten zu Fuß. Der Weg führt durch eine idyllische Bergwelt - bis sich hinter einer Kuppe ein Blick auftut, der den Atem kurz stocken lässt.

Stimmen Sie mit!

Ab 25. September stellt „Vorarlberg heute“ drei herausragende Vorarlberger Naturschätze vor. Ab 27. September können Sie dann abstimmen, welcher davon am Nationalfeiertag bei der großen ORF-Show „9 Plätze – 9 Schätze“ auf ORF 2 ins Rennen um den schönsten Platz Österreichs gehen soll.

Der Körbersee liegt inmitten der Lechtaler Alpen, südwestlich des Hochtannbergpasses auf 1.656 Meter Seehöhe. Umgeben ist er von mächtigen Bergen: Auf der einen Seite besticht die Braunarlgruppe, links daneben die Juppenspitze und schräg gegenüber, im Norden, ragt der Widderstein empor.

Paradies für Pflanzen

Der See erstreckt sich über eine Fläche von rund drei Hektar, an der tiefsten Stelle misst er acht Meter. Das Wasser ist klar, baden ist erlaubt und völlig sorglos könnte man darin wohl auch seinen Durst stillen, der See hat Trinkwasserqualität. Das Gebiet rund um den Körbersee steht unter Naturschutz, in diesem subalpinen Klima gedeihen viele seltene Pflanzen. Ende Juni, Anfang Juli blühen die Alpenrosen und tauchen ganze Hügel in ein prächtiges Rosa. Aber auch sonst zeigt sich die Flora in einer außergewöhnlichen Farbenpracht.

Geheimnisvoller Schlamm

Der schlammige Grund des Körbersees birgt einige Geheimnisse. Vor ein paar Jahren hat ein Forschungsteam der Universität Innsbruck Sedimentbohrungen durchgeführt und Proben gezogen. Die Pollen, die darin gefunden wurden, haben erstaunliche Erkenntnisse ans Licht gebracht: So könnte es etwa sein, dass Menschen schon in der Mittelbronzezeit – also rund 1.500 vor Christus – Wälder gerodet haben um Weideflächen zu gewinnen.

Und in der Eisenzeit – also rund 500 vor Christus - könnten hier dauerhaft Menschen gelebt haben. Darauf deuten Pollen von Roggen hin, die im Schlamm nachgewiesen wurden.

Berghütten lang ganzjährig bewohnt

Schriftlich belegt und nachgewiesen ist die Besiedelung der Region durch die Walser während des 14. Jahrhunderts. Bis vor etwa 200 Jahren war die Gegend ganzjährig bewohnt, so zum Beispiel die Alpen Batzen oder Büel. Die Menschen waren Selbstversorger, denn während der Wintermonate war aufgrund der großen Schneemengen ein Abstieg ins Tal kaum denkbar. Mittlerweile werden die Alpen nur mehr im Sommer für ein paar Monate bewirtschaftet.

Sendehinweis:

„Vorarlberg heute“, 27.9.2017, 19.00 Uhr, ORF 2

Hotel inmitten der Abgeschiedenheit

Seit rund 90 Jahren gibt es am Körbersee ein Hotel. Es liegt völlig abgeschieden und ist so für viele Skifahrer und Wanderer zu einem beliebten Rückzugsort geworden. Dass das Hotel inmitten dieser Idylle steht, ist wohl auch ein wenig dem Zufall zu verdanken. Als es 1930 gebaut wurde, hat in dieser Gegend gerade der Skitourismus begonnen. Außerdem gab es damals Pläne für eine Straße nach Lech, die am Körbersee vorbeiführt.

Nach dem Krieg hat für dieses Projekt aber das Geld gefehlt und so ist die Straße nie gebaut worden. Das Hotel besteht noch immer. Der Gründer hatte genau das richtige Gespür für diesen außergewöhnlichen Ort.

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