Gut gepflanzt: Kompostieren auf Balkon und Terrasse

Der einfachste Weg, den Kreislauf der Natur aufrecht zu erhalten oder zumindest sein Bestes dafür zu tun, ist ein Kompost. Unser „Gut gepflanzt“-Team zeigt, wie man auf einem Balkon oder einer Terrasse kompostieren kann.

Sendehinweis:
„Vorarlberg heute“, 11.4.2016, 19.00 Uhr, ORF 2

Was ist Wurmkompostierung?

Die Wurmkompostierung ist die Umwandlung organischer Reste durch Kompostwürmer in wertvollen Biodünger oder Wurmhumus. Für die Kompostierung eignen sich verschiedenste Verfahren und Gefäße. Für den kleinen Haushalt ohne Garten und Komposthaufen hat sich die Wurmhumuskiste besonders bewährt.

Welche Gefäße?

Solche Kisten können von geschickten Hobbybastlern selbst hergestellt oder bei verschiedenen Anbietern gekauft werden. Ob gekauft oder selbst gebastelt hat die Wurmhumuskiste eine wunderbare Funktion, sie kann den täglichen Anfall von Essensresten in wertvollen Wurmhumus, ohne Zusatz von Energie verwandeln. Dieser Vorgang geschieht, indem die Kompostwürmer organische Reste in Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Bodenlebewesen und unter Einfluss von Sauerstoff in stabile Ton-Humus-Komplexe, sprich wertvollen Wurmhumus verwandeln.

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Die Wurmkompostierung

Im Beitrag sehen Sie: Inés Mäser; Armin Rauch, Landwirt

Die Befüllung

Bei der Befüllung der Wurmkiste ist die Feuchtigkeit der einzelnen Zutaten sehr wichtig. Sollten die eingefüllten Zutate zu feucht sein, kann es am Boden zu Sickersaftansammlung kommen. Deshalb ist im unteren Bereich eine Wasserdichte Wanne sehr zu empfehlen. Hat die Wurmkiste einen Bodenablass, so kann der Sickersaft in verdünnter Form von 1:10 als Flüssigdünger für die Balkongemüsepflanzen und Blumen verwendet werden.

Der Verrottungsvorgang

Der Verrottungsvorgang ist viel kürzer als in einem normalen Komposthaufen, da die Zersetzung durch die Kompostwürmer viel effizienter ist. Bei idealen Bedingungen dauert die Umwandlung 3 – 4 Wochen und ist davon abhängig, wie viele Würmer in der Wurmkiste leben und wie fein die Abfälle vorzerkleinert werden. Wurmkompostierung ist ein geruchloser Prozess und es entsteht – anders als bei der herkömmlichen Kompostierung - keine Hitze und dadurch auch keine riechenden Verrottungsgase.

Kompostwürmer fressen die organischen Abfälle, verdauen diese und scheiden dunkle, geruchlose und nährstoffreiche Krümel aus. die als bester Biodünger verwendet werden können. Diese Wurmkompostkisten können überall aufgestellt werden, auf der Terrasse, am Balkon im Gang oder sogar in der Küche. So kann auch in der Stadt Gemüse angebaut und mit eigenem Dünger versorgt werden - und es entfällt das lästige Biomüll-Schleppen.

Gut geplanzt Wurmkompostierung
ORF

Das Futter für Kompostwürmer

Das eignet sich nun für die Kompostierung: Alle Gemüsereste, Kaffeesatz, Mehlspeisen, Nudeln, Getreideprodukte, welche nicht mehr verzehrt werden können, nicht-bedruckte Wellpappe, Eierschalen, Laub und Grasschnitt.

Was eignet sich nicht für die Wurmkompostkiste: Zwiebel und Knoblauchschalen, behandelte Schalen von Zitrusfrüchten, Fleisch- und Milchprodukte, Kot von Hunden und Katzen, Essen mit hohem Salzgehalt, Salatmarinade.

Die Ernte des Wurmhumus

Die Wurmkompostkiste ist idealerweise in mehreren Lagen übereinander gestapelt oder liegend durch eine oder mehrere Gitterabteilungen getrennt. Der Grund dafür ist das Ernten des Wurmhumus. Wenn im ersten Abteil voll ist, beginnt die Befüllung des zweiten Abteils. Sobald die Kompostwürmer mit der Umsetzung des ersten Abteils fertig sind, wandern sie durch das Gitter in das zweite Abteil. Nun kann mit der Wurmhumusernte im ersten Abteil begonnen werden.

Bester Biodünger

Der nun geerntete Wurmhumus ist der beste Biodünger, den man sich vorstellen kann, 20 Liter Wurmhumus kann man um 40 Euro kaufen oder gratis herstellen lassen. Dieser Wurmhumus kann den Pflanzen direkt als Nährstoffsubstrat verabreicht werden. Die Pflanzen werden es mit gesundem Wachstum und guter Ernte danken. So muss der Biomüll nicht über viele Kilometer zum nächsten Kompostierplatz gefahren und der fertige Kompost wieder zurückgeholt werden.

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