„Megatrends sind Revolutionen in Zeitlupe"

In der ORF-Focus-Sendung spricht der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx über Megatrends und deren epochalen Charakter. Sie seien eine Revolutionen in Zeitlupe, so Horx.

„Focus" – Themen fürs Leben bei ORF Radio Vorarlberg
Samstag, 04. November 2017, 13.00 bis 14.00 Uhr

Matthias Horx, Trend- und Zukunftsforscher, Wien - Frankfurt a.M.

Wenn von Megatrends die Rede ist, dann müsse man bedenken, dass man von einer Landkarte, die sich permanent verändere, spreche, betont Matthias Horx. „Alles verändert sich."

Focus zum Nachhören

Horx gilt als einflussreichster Trend- und Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum. Nach einer Laufbahn als Journalist gründete er zur Jahrtausendwende „das Zukunftsinstitut", das heute zahlreiche Unternehmen und Institutionen berät. Was glaubt der Mensch, wenn es um seine Zukunft geht, stellt Horx die rhetorische Frage? Zukunft und Vergangenheit seien Aspekte des menschlichen Glaubens. „Man glaubt, was man glauben will", betont Matthias Horx. Menschen behaupten zum Beispiel, dass es früher öfter weiße Weihnachten gab, obwohl dies in unserem Raum nicht zutreffe.

In seinem Vortrag beim Montagsforum Dornbirn zeigt Matthias Horx Megatrends vergleichbar einem U-Bahn-Routenplan auf. Am Ende - an den Endstationen - finden sich die Megatrends unserer Zeit: u.a. Gesundheit. Die Gesundheit wurde in unserer Zeit unglaublich wichtig. Sie war früher die Abwesenheit von Krankheit. Heute ist Gesundheit ein anzustrebendes Gut. Dieser Megatrend stehe auch mit einem anderen in Verbindung, der Individualisierung.

Weitere Megatrends sind die älter werdende Gesellschaft, wie auch die Mobilität, das neue Lernen und die neuen Arbeitsformen, jenseits von Industrie- und Fabrikarbeit. „Die Urbanisierung gehört auch dazu, weil jährlich 0,5 Prozent der Menschheit in große Städte zieht." Gegen den Megatrend der Globalisierung gibt es die Gegenbewegung des ziemlich stark aufkeimenden Nationalismus und der Regionalisierung.

Zu jedem Trend gebe es auch einen Gegentrend.

Wichtig sei auch eine Veränderung der Rollen von Mann und Frau, nicht nur in den modernen Gesellschaften. Horx sieht eine wachsende Veränderung der Frauenrolle in islamischen Gesellschaften. Als Beispiel nennt er Saudi Arabien, wo Frauen jetzt Autofahren dürfen.

„Die Dominanz der Männer lässt sich nicht halten, sie fällt", so Matthias Horx.

Zur Person:

Matthias Horx :
1980 bis 1992 arbeitete er als Autor und Redakteur bei Pflasterstrand, Tempo, Die Zeit und Merian. Er schrieb mehrere Bücher, von denen eines auch in eine Hörspielfassung umgearbeitet wurde.
1993 eröffnete er gemeinsam mit Peter Wippermann das Trendbüro in Hamburg. Nach seinem Ausstieg aus dem Unternehmen gründete er 1997 das Zukunftsinstitut mit Hauptsitz in Frankfurt am Main, das auch Zweigstellen in München und Wien unterhält. Er war bis 2005 Mitglied beim publizistischen Netzwerk Achse des Guten.
Horx lebt mit seiner Familie in Wien. Er ist mit der britischen Journalistin Oona Strathern verheiratet und Vater von zwei Söhnen.

Zukunftsinstitut

Musik:

CD* INTO THE MYSTIC
T* Eros/instr.
A: David Helbock Trio
NI: David Helbock/Piano
NI: Raphael Preuschl/Bass-Ukulele
NI: Reinhold Schmölzer/Drums

CD* INTO THE MYSTIC
T* Masks/instr.
A: David Helbock Trio
NI: David Helbock/Piano
NI: Raphael Preuschl/Bass-Ukulele
NI: Reinhold Schmölzer/Drums

EVERGLOW (Piano Version)
COLDPLAY

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