Christian Mähr zu Gast bei den Ansichten

In den Ansichten von ORF Radio Vorarlberg ist der in Dornbirn lebende Autor Christian Mähr zu Gast. Mit Mähr taucht Johannes Schmidle in den Alltag eines Schriftstellers ab.

Sendehinweis:

Die „Ansichten“ - zu Gast bei ORF Radio Vorarlberg
Sonntag, 30. Juli 2017, 11.00 Uhr - 12.00 Uhr
Dienstag, Mariä Himmelfahrt, 15. August 2017, 11.00 - 12.00 Uhr (WH)

Dr. Christian Mähr ist Schriftsteller, Übersetzer und ehemaliger ORF-Wissenschaftsjournalist. Er wohnt in Dornbirn.

Auf die Frage wo, wann und wie er schreibe, meint Mähr: „Ich schreibe am Computer.“ Die beste Zeit wäre für ihn der Vormittag. Weil er aber ungern früh aufsteht, arbeitet er bis spät in die Nacht. Den Handlungsablauf - den sogenannten Plot - eines Romans könne man sich nicht beim Spazierengehen ausdenken.

Die Sendung zum Nachhören:

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Beim jüngsten Roman „Aber das Bild war noch da“, Verlag Wortreich (2017) löste ein Bild im Alten Landtagssaal in Bregenz den Plot aus.

Das Schreiben eines Romans sei quälende Arbeit. Man sollte sich nicht durch das Zwitschern von Vögeln oder andere Geräusche vor dem Fenster ablenken lassen. Was auch nicht gehe, sei zu sagen, „ich muss jetzt jeden Tag zwei Seiten schreiben.“ Zehn Seiten pro Woche sei für ihn eine ungefähre Richtschnur, sagt Mähr.

Christian Mähr
Verlag Wortreich

Die Anfänge der Schriftstellerei seien in einem Feldkircher Cafè zu finden. Damals war auch Schul- und Klassenkamerad Michael Köhlmeier mit dabei. Man las sich gegenseitig eigene Texte vor.
An seine Teilnahme beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1999 hat er grauenhafte Erinnerungen. Es sei damit losgegangen, dass jeder seine Startnummer ziehen musste. Christian Mähr erlebte das Spektakel als eine `ganz miese Vorführung von Personen`, die durch die Medien einer breiten Öffentlichkeit ausgesetzt wurden.
Schriftstellerei sei kein Hobby und kein innerer Drang. Sie schaffe Leiden, etwa dann, wenn es um das mühsame Geschäft mit den Verlagen gehe. „Veränderungen in Chefetagen ziehen meist auch – schmerzhafte - Veränderungen bei den Autoren nach sich.“

Christian Mähr erlebte solche Umbrüche bei DuMont „Simon fliegt“ (1998) und „Die letzte Insel“ (2001), dann bei Deuticke „Semmlers Deal“ (2008), „Alles Fleisch ist Gras“ (2010), „Das unsagbar Gute“ (2011), „Tod auf der Tageskarte“ (2014) und „Knochen Kochen“ (2015) und ist dabei, mit seinem jüngsten Roman einen Anker im Verlag „Wortreich“ zu finden.

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