„Das Haustier und wir. So gut tun uns unsere Tiere."

In dieser „Focus“-Sendung wird`s tierisch, weil wir uns der Beziehung zwischen Mensch und Tier widmen. Hunde rangieren vor Katzen, Vögeln und Kaninchen. Es spricht Prof. Dr. Frank Nestmann, Sozialpsychologe, Universität Dresden.

Die Sendung zum Nachhören

Sendehinweis

„Focus" - Themen fürs Leben bei ORF Radio Vorarlberg
Samstag, 29. April 2017, 13.00 – 14.00 Uhr
Donnerstag, 4. Mai 2017, 21.00 – 22.00 Uhr (WH)

So viel sei verraten: Es ist eine Erfolgsgeschichte. Wussten Sie, dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen, mehr Empathie und Einfühlungsvermögen für andere Menschen zeigen und lernen?
Durch die Interaktion mit dem Tier können sie früher und besser auf Gefühle und Bedürfnisse anderer eingehen. Auch dann, wenn nur über Mimik, Gestik oder Laute kommuniziert wird.

Neugier, spontanes Interesse, Bewegungsdrang und der unmittelbare Körperkontakt führen Kind und Tier in besonderer Weise zusammen.
Haustiere werden für viele Kinder zu Spielkameraden und Freunden, zu Vertrauten und zu Tröstern in Verzweiflungssituationen. Kinder lieben ihre Haustiere und fühlen sich zurückgeliebt.

Stationstiere, Schulklassenhunde, Besuchstiere in Kliniken und Heimen sind mittlerweile ein fester Bestandteil. Tiere wirken sich auch positiv auf die psychische Situation eines Menschen aus.
Für Kranke, für Menschen mit und ohne spezifische Störungen, mit Behinderungen oder in gewissen Lebenslagen, wie Wohnungslosigkeit oder Drogenabhängigkeit, haben Tiere eine ausgesprochen das Leben bereichernde und in positiver Hinsicht verändernde Rolle und Wirkung.

Haustiere werden oft zu den höchst geschätzten und engsten Vertrauten, noch vor den engsten Angehörigen. Haustiere liegen bei der Bewertung von Nähe, Zuwendung, Trost, einen Zuhörer haben signifikant vorne. Zuerst die Hunde, es folgen die Katzen und dann andere Haustiere. Tiere strukturieren den Alltag etwa von älteren Menschen. Ihre Versorgung und Pflege erfordert zwingende Aktivität und fördert zudem das Gefühl, wichtige Funktionen bei älteren Menschen erfüllen zu können.

Zur Person:

Prof. Dr. Frank Nestmann, geboren1949, seit 1993 ist der Wissenschaftler an der TU Dresden tätig. Hier war Nestmann von 1993 bis 2000 sowie 2006 bis 2009 Direktor des Instituts für Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Wohlfahrtswissenschaft. 2000 bis 2006 folgte seine Tätigkeit als Dekan der Fakultät für Erziehungswissenschaften. In dieser Zeit war er außerdem Mitglied des Senats der TU Dresden. Diese Position hat er seit 2010 erneut inne. Seit 2002 ist Nestmann Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Forschungsclusters „Gesellschaftliche Abhängigkeiten und soziale Netzwerke“ der Universität Trier/Mainz.
Von 2004 bis 2010 gehörte Nestmann ebenfalls zum Graduiertenkolleg „Lebenslanges Lernen“ an der TU Dresden an. Zu seinen laufenden Projekten gehört unter anderem „Tiergestützte Intervention bei Demenzkranken“ (DFG). Zu seinen Schwerpunkten in Forschung und Lehre gehören Beratung, informelle Hilfen, soziale Netzwerke und soziale Unterstützung unterschiedlicher Alters-, Bevölkerungs- und Risikogruppen und Mensch-Tier-Beziehungen.

Literatur zur Sendung:

Tierische Tandems: Theorie und Praxis tiergestützter Arbeit mit älteren und demenzerkrankten Menschen. von Sandra Wesenberg (Herausgeber), Antje Beckmann (Herausgeber), Vjera Holthoff-Detto (Herausgeber), Frank Nestmann (Herausgeber)

Musik:

SIGNE INSTR.

ERIC CLAPTON

JUST THE WAY YOU ARE (INSTR.)

RICHARD CLAYDERMAN

Werbung X