„Problemzone Sexualität – nicht nur wenn alt, dement, krank oder behindert“

Univ.-Doz. Dr. Gerald Gatterer, Psychologe und Psychotherapeut, Wiener Neudorf spricht in Focus zum Thema „Problemzone Sexualität – nicht nur wenn alt, dement, krank oder behindert“.

Die Sendung zum Nachhören

Sendehinweis

„Focus" - Themen fürs Leben bei ORF Radio Vorarlberg
Samstag, 21. Jänner 2017, 13.00 – 14.00 Uhr
Donnerstag, 26. Jänner 2017, 21.00 – 22.00 Uhr (WH)

Sexualität ist ein normaler biologischer Prozess, der der Lust, dem Spaß, der Freude und natürlich der Fortpflanzung diene. Sexualität hat auch mit Identitätsfindung zu tun.

In dieser „Focus"-Sendung geht es um ein Thema, das Betroffene, Angehörige und auch das Betreuungspersonal betrifft: Was ist, wenn Zärtlichkeit und Sexualität bei Menschen zum Thema wird, die alt, krank, dement oder behindert sind?

Für klare Verhältnisse

Sexualität gibt es auch in Heimen, deshalb müssten dafür auch Strukturen eingerichtet werden. Das Personal müsste entsprechend geschult werden und man sollte sich überlegen, wie man selbst damit umgeht. Gatterer befürwortet z.B. Tiere als Kuschelobjekte. Er spricht auch von Sexualassistentinnen. Daran knüpft sich die Frage, wie viel Sexualität in einem Heim erlaubt ist.

Bei den Grundbedürfnissen für alle Altersgruppen ist man sich was Essen, Schlafen oder Ausscheiden betrifft im Klaren. Bei der Sexualität wird`s heikler, denn da gibt es Veränderungen: entweder man ist zu jung oder man ist zu alt, dann soll man`s nicht machen oder haben. Dafür gibt es die sozialen Normen, an denen sich unser Leben und unser Verhalten orientieren.

Bedürfnisse Betroffener respektieren

Wir wollen bis ins Alter fit sein und bleiben, andererseits gibt es eine distanzierte Betrachtung alter Menschen, die sich einerseits fit halten und andererseits ihre Sexualität leben wollen. „Sie gehen jeden Tag joggen und machen das bis zum 80sten Geburtstag, genauso wollen sie auch mit 80 regelmäßig Sex haben."

Was brauchen Menschen mit Behinderung? Wollen die immer sauber sein, Ordnung halten, ihre Medikamente bekommen oder wollen sie auch Zärtlichkeit, Geborgenheit, geliebt werden und glücklich sein? Was geben wir dementen Menschen? Wir trainieren sie, damit sie nicht dementer werden. Wir fördern Menschen mit Behinderung, auch wenn sie nicht gefördert werden wollen. Wir schaffen eine Tagesstruktur, damit sie ein normales Leben haben und definieren unsere Hilfe an den Defiziten, die ein Mensch hat.

Zur Person:

Univ.-Doz.Dr. Gerald Gatterer

Studium der Psychologie an der Universität Wien
Habilitation im Fach Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Privat Universität Wien zum Thema „Gerontopsychotherapie als Integraler Bestandteil der Gerontologie“. Seit 1996 zusätzlich Abteilungsvorstand der Abteilung für Psychosoziale Rehabilitation im Geriatriezentrum am Wienerwald. Psychologischer Leiter des Memory-Institutes der Peter Fischhof Foundation
Leiter des Instituts für Alternsforschung und des Zentrum für Gedächtnisvorsorge an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien

Zahlreiche wissenschaftliche Vortragstätigkeiten im In- und Ausland und Autor
zahlreicher Bücher und wissenschaftliceh Beiträge im Bereich Gerontologie, Gerontopsychologie, Gerontopsychotherapie und von Versorgungsstrukturen im Alter.

Homepage:

www.gatterer.at

Musik:

CD* MERIDIAN
T* Meridian

A: BARTOLOMEY/BITTMANN
NI: Matthias Bartolomey/cello
NI: Klemens Bittmann/violine, mandola, viola

CD* MERIDIAN
T* Erster Schnee

A: BARTOLOMEY/BITTMANN
NI: Matthias Bartolomey/cello
NI: Klemens Bittmann/violine, mandola, viola

“INTO MY ARMS”
NICK CAVE

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