„Wegbegleiter in die Zukunft unserer Jugend“

Gerald Koller, Gründer des Forum Lebensqualität, spricht in der ORF Radio Vorarlberg Sendung „Focus - Themen fürs Leben“ zum Thema „Wir alle sind Wegbegleiter - in die Zukunft unserer Jugend“.

Sendehinweis:

„Focus", 12.11.2016, 13.00 bis 14.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg
17.11.2016, 21.00 bis 22.00 Uhr (WH)

„...und führe uns in der Versuchung". Die Versuchung sei ‚geil‘, sonst wäre sie nicht die Versuchung. Und Aufgabe der Pädagogik sei es nicht, einen Vermeidungsslalom einzuüben, sondern Fähigkeiten entwickeln zu helfen, mit Versuchungen umzugehen, betont Gerald Koller beim 2. Brandnertaler Familienforum. Die Begleitung in eine gute Zukunft ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, sagt Koller. Wir sollten aber auch den Weg und das mögliche Ziel im Auge haben. Wir haben uns nicht nur um die Begleiteten zu kümmern, sondern auch um den Weg.

Die Sendung zum Nachhören:

Der „Pädagogos“ war bei den alten Griechen jener Sklave, der die Kinder von zuhause abgeholt und sie begleitet hat. Er hat sie nicht unterrichtet. Deshalb spricht Gerald Koller die ZuhörerInnen als Pädagogen und Pädagoginnen - als Wegbegleiter der Kinder - an. Der Wegbegleiter in diesem Sinne muss nicht an bestimmte Berufsgruppen delegiert werden.

Pädagogische Kardinalfehler

Koller nennt in dem Zusammenhang drei pädagogische Kardinalfehler:

1. Der pädagogische Alzheimer: Erwachsene ab 30 vergessen, was ihre Jugend ausmachte und was sie davor alles getrieben haben. Koller empfiehlt durch den Nebel des Vergessens durchzudringen.

2. Wir meinen Tipps für Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft geben zu müssen, beginnend mit dem Satz: „Zu meiner Zeit..." Das hilft nicht, weil sich Jugend und Kindheit massiv verändert haben.

3. Die Zeit ist zu einem Armutsfaktor geworden. Die Zukunftserwartungen von Kindern und Jugendlichen haben sich massiv verschlechtert.

Focus Gerald Koller
Koller

Kampf gegen Doppelbotschaften

Die Doppelbotschaften an Kinder und Jugendliche hätten sich verstärkt. Da würde von den Eltern gesagt: „Pass auf, übertreib`s nicht und immer schön Maß halten“.

Dann gebe es da die Werbung, das Marketing sowie die Medien – auch ’a’-soziale Medien, die den Jungen wiederum einflüsterten: „Gib’s dir volle Kanne; nur das Ultimative ist das Lebenswerte“. Kinder und Jugendliche würden mit dem Brückenbau zwischen den beiden Extrempositionen alleingelassen, beklagt Gerald Koller. Es gebe da einen ungleichen Kampf zwischen den Doppelbotschaften.

Erhellende Antworten

Ein weiterer schwieriger Punkt sei, dass der Alltag als der Feind des Lebens inszeniert werde. Bereits ab Dienstag hörten wir in diversen Kanälen, dass das „Arbeitsleben“ bis Freitag dauere und eigentlich ein beschissenes Leben sei.

Ein weiteres Beispiel ist das Thema Sexualität. Und Gerald Koller fragt, wie können wir da gelingende Begleiter sein, wenn Jugendlichen ganz extrem falsche Bilder durch die Pornofilme, die sie sich auf jedes Handy herunterladen können, vermittelt bekommen?

Kollers Bestandsaufnahme: „Wir können über eines der wichtigsten Dinge eines gelingenden oder misslingenden Lebens nicht reden". Auf diese und viele weitere Fragen gibt der Risikopädagoge und Zusammendenker Gerald Koller interessante und erhellende Antworten.

Zur Person:

Gerald Koller, Risikopädagoge, Zusammendenker, changemaker, hat 25 Jahre seines Arbeitslebens als Fachberater, Referent und Autor im Brückenbereich zwischen Kommunikation, Gesellschaft und Gesundheit verbracht - und dabei Landkarten für die Beziehungsbildung in Schulen, Betrieben, Gemeinden und Regionen entwickelt - wie auch für die präventive Arbeit mit Jugendlichen, die europaweit Anwendung finden.

Nach seiner Mitarbeit beim Aufbau der modernen Suchtprävention in Österreich und der peer group education in verschiedenen europäischen Regionen sah er die pädagogische Aufgabe, das Bedürfnis von (jungen) Menschen nach Rausch und Risiko als Entwicklungspotential zu erkennen. Für seine Entwicklungsarbeit wurde Gerald Koller von Ashoka, der weltgrößten Organisation für social change, zum Ashoka fellow berufen.

www.qualitaetleben.at

Literatur:

Agnes und Gerald Koller
MORGEN:LAND
Wie wir uns, Österreich und die Welt ein schönes Stück weit verändern können . Edition Roesner. Krems.

Musik:

CD* PRIMA LA MUSICA 2010 - ERSTE PREISTRÄGER d. ÖSTERR. JUGENDMUSIKWETTB.
T* Scherzo - für Akkordeon
E* Andante espressivo - Andante grandioso - Allegro - Scherzando

S: Raphael Brunner/Akkordeon

G* TALENTE IM FUNKHAUS No. 2
T* 2.) Sonate F-Dur - Allegretto 00:02:35

G* Talente im Funkhaus - Raphael Brunner
T* Anantango 00:05:39

S: Raphael Brunner/Akkordeon
A: Das Kollektiv Das Kollektiv
S: Juan Carlos Diaz-Bueno/Flöte

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