Jungnikl: „Freitod in der Familie?"

In der ORF Radio Vorarlberg Sendung „Focus“ spricht Autorin und Journalistin Saskia Jungnikl über das Thema „Freitod in der Familie? Entsetzen, Trauer, Schuldgefühle, Wut...“

Sendehinweis:

„Focus“, 29.10.2016, 13.00 bis 14.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg
3.11.2016, 21.00 bis 22.00 Uhr (WH)

Es war eine besondere Veranstaltung in der Reihe „Wissen fürs Leben“ in der Arbeiterkammer in Feldkirch – zum Thema Suizid. Saskia Jungnikl hat ein Buch über den Freitod ihres Vaters geschrieben: „Papa hat sich erschossen“. Der Besucher erfährt von der Ohnmacht, die ein solch gewaltvoller Tod hinterlässt, und wie eine Familie es schafft, damit umzugehen; über Schuldgefühle, Wut und das Entsetzen, das nachlässt, aber nie aufhört.

Die Sendung zum Nachhören:

Es gibt ein Bild, wie der Vater von Sakia Jungnikl über die Wendeltreppe in die Bibliothek hinuntersteigt und seinen Revolver holt. „Er geht durch den schmalen Gang hinaus aus unserem Haus in den Hof. Dort legt er sich unter unseren alten großen Nussbaum. Ich weiß nicht, ob er dabei irgendwann gezögert hat. Ich glaube, er wird noch einmal tief eingeatmet haben, als er da lag. Vielleicht hat er sich noch kurz die Sterne angesehen und der Stille gelauscht. Dann schießt er sich in den Hinterkopf. Sein Tod teilt mein Leben in ein Vorher und Nachher.“

Davor ist Saskia Jungnikl im Südburgenland aufgewachsen. Sie ist Journalistin, war zunächst als freie Redakteurin bei der Wiener Wochenzeitung „Falter“. Nach dem Tod des Vaters – ab 2008 – war sie Redakteurin bei „derStandard.at“ und seit 2010 ist sie Journalistin bei der Tageszeitung „Der Standard“. Das Buch sorgte für große Resonanz und wurde mit der Ehrenden Anerkennung des Leopold Ungar Journalismuspreises der Caritas (2013) und dem Claus Gatterer Anerkennungspreis (2013) ausgezeichnet.

Zur Person:

Saskia Jungnikl studierte nach der Matura in Wien Geschichte und Publizistik. Schon während des Studiums arbeitete sie als freie Journalistin über österreichische Innenpolitik. Bis 2006 schrieb sie für die Wiener Stadtzeitung „Falter“. Von 2006 bis 2009 veröffentlichte sie für das Monatsmagazin „Datum“ Artikel über österreichische Innenpolitik. 2008 wechselte sie zu „derStandard.at“, 2010 als Redakteurin für Innenpolitik zur Print-Schwester „Der Standard“.

Immer wieder erscheinen Texte von ihr auf den Österreich-Seiten der Wochenzeitung „Die Zeit“. Im November 2014 erschien ihr autobiographisches Buch „Papa hat sich erschossen“, in dem sie über den Suizid ihres Vaters, des Musikers und Regisseurs Erhard Jungnikl, schreibt. Darin arbeitet sie auf, wie der Suizid ihr Leben und das ihrer Familie verändert hat

Literatur zur Sendung:

Saskia Jungnikl: „Papa hat sich erschossen“ (Fischer Paperback)

Musik:

Thomas Dünser, Violoncello, spielte bei der Veranstaltung mit Saskia Jungnikl folgende Musik: Johann Sebastian Bach - Menuett I und II sowie die Sarabande aus der Suite Nr 1 BWV 1007; Courante und Bourree I aus Suite III BWV 1009.

Wir haben Lesung und Gespräch im Rahmen der Reihe „Wissen fürs Leben“ in der Arbeiterkammer in Feldkirch aufgenommen.

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