„Lachen ist gesund - eine Medizin mit positiven Nebenwirkungen“

Die Wissenschaft vom Lachen ist die Gelotologie. Für Albert Lingg, ehemaliger Primar am Landeskrankenhaus Rankweil, ist Lachen die beste Medizin: nicht ausschließlich, sondern als Zusatz leiste es hervorragende Dienste.

Im Alltag eines Krankenhauses dürfte Lachen und Humor eine größere Rolle spielen. Heute wird insgesamt weniger gelacht, obwohl wir besser aufgestellt seien, scheint das Leben für viele Zeitgenossen ernster zu werden. Kleinkinder lachen bis zu 300-mal am Tag, Erwachsene „jämmerliche“ 15-mal am Tag im Schnitt.

Die Sendung zum Nachhören:

Das „Nicht-lachen“ kann man allerdings auch durch Lachtherapie, Lachclubs und Lachyoga stimulieren. Das Lachen bewirkt nicht nur eine Bewegung von 32 Gesichtsmuskeln, sondern noch weitere 80 Muskeln, bis hin zum Zwerchfell werden bei diesem Vorgang aktiviert.

In Indien gilt Lachen als Sprechen mit Gott

Der Lach- und Atemtherapeut Peter Cubasch kam auf Grund einer Zeitungsnotiz mit dem indischen Lach-Guru und Lachyoga-Lehrer Dr. Madan Kataria zusammen und dieser war Auslöser eines Aufenthalts in Indien, um das Lachyoga zu studieren.

pauli und lingg
LKH
Albert Lingg

In Indien wurde der Gedanke entwickelt, das Lachen habe sowohl für spirituelle wie auch medizinische Belange Bedeutung. Lachyoga diene dazu, Menschen zu unterstützen, ihnen Gesundheit zu bringen und damit auch therapeutisch zu wirken; somit sei die wahre Essenz, eine spielerische Haltung, verfügbar zu machen, zitiert Cubasch einen Gedanken von Madan Kataria.

Lachyoga-Gruppen bieten die Chance, mit anderen Menschen neue Verhaltensmuster zu lernen. Es solle auch das Bewusstsein geschaffen werden, dass das Lachen in meiner eigenen „Verantwortung“ liege und sonst bei niemand anderem.

Peter Cubasch berichtet, dass er recht häufig von Menschen angefragt werde, die das Lachen wieder lernen möchten. Der Hintergrund des Verlusts des Lachens seien mehrheitlich manifeste Problemstellungen, wie der Verlust eines geliebten Menschen oder andere schwere Lebenseinschnitte.

Cliniclowns: Ernsthaft spielerisch

Monika Schneider arbeitete viele Jahre ehrenamtlich als Cliniclown. Die Clowns besuchen nicht nur Kinder und Erwachsene im Krankenhaus, sondern auch Wachkomapatienten. Anfänglich seien sie von der Ärzteschaft und dem Pflegepersonal mit großer Skepsis aufgenommen worden, erinnert sich Monika Schneider.

Sendungshinweis:

„Focus“, 24.9.2016, 13.00 bis 14.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg (WH vom 10.3.2011)

Ihre Aktivitäten funktionierten allerdings nur, wenn sie bestens vorbereitet und in Absprache mit Eltern, Angehörigen, Krankenhaus-Personal und Betroffenen erfolgen, so Schneider.

Albert Lingg verweist auf seine ursprüngliche Skepsis gegenüber den Cliniclowns. Er habe gemeint, die Patienten fühlten sich möglicherweise veräppelt, der Alltag sei ohnehin ernst genug. Er sei jedoch eines Besseren belehrt worden, wie ernsthaft spielerisch die Cliniclowns ihre Herangehensweise an die Patienten angelegt hätten, so der ehemalige Chefarzt am Landeskrankenhaus Rankweil.

Literaturtipp:

Lachen verbindet- Lächeln, Lachen, Freundlichkeit: Schlüssel zu Gesundheit und Lebenfreude. Das Buch ist im Verlagskontor Breuer und Wardin in Bergisch Gladbach erschienen.

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