In Erinnerung an Günter Funke
* 2. Oktober 1948, + 3. August 2016

Günter Funke ist am 3. August nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. FOCUS trauert mit seiner Gattin, seinen drei Söhnen und zwei Töchtern, den Angehörigen und Freunden.

Sendung zum Nachhören

Wenn Günter Funke in Vorarlberg Vorträge gehalten hat, war FOCUS sehr oft mit dabei. Wir haben das dankbare Glück, mehrere Sendungen mit Günter Funke in unserem Archiv zu haben. „Tausende Vorarlberginnen und Vorarlberger haben ihm gerne zugehört, wenn er in Vorträgen und Seminaren über existentielle Lebensthemen sprach. Zwanzig Jahre war er einer der gefragten Stammreferenten im Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast“, schreibt Mag. Josef Kittinger, der Leiter des Bildungshauses, in seinem Nachruf.

Sendungshinweis:

Focus, 10.9.2016

Text von Johannes Schmidle

Wir widmen Günter Funke, dem Theologen und Existenzanalytiker, Psychotherapeuten, Leiter des Instituts für Existenzanalyse und Lebensphänomenologie in Berlin, wie auch dem persönlichen Schüler Viktor E. Frankls, dem Begründer der Logotherapie, diese Gedenksendung, die ausschnittweise zwei „Focus“-Sendungen zu einer zusammenführt. Sie belegen, wie Günter Funke dachte und fühlte. Seine Analysen legten auch die „verdeckten“ Bedrohungen für den Menschen in unserer Zeit und unserer Gesellschaft offen. Er hatte ein unnachahmliches Einfühlungs- und Vermittlungsvermögen für Lebens-Spuren und dafür, was wirklich zählt.

„Was wirklich zählt“

Wir leben nicht im Wohlstand, sondern im Geld und das Geld koste zu viel an Gesundheit, an Beziehung, an Werten. Das Geld frisst zu viel. Funke hält die These „wir lebten im Wohlstand“ für einen Betrug. Im Wohlstand leben wir schon lange nicht mehr. Wohlstand würde bedeuten, sich richtig wohl zu fühlen und nicht permanent Angst haben zu müssen, dass es weniger wird. In Anlehnung an den Philosophen F. Nietzsche fragt Günter Funke, ob es sinnvoll sei, aus Geld Geld zu machen. Das Geld koste uns zu viel: zu viel an Sinn und zu viel an Leben. Geld, Leistung und Erfolg seien allesamt fragwürdige Kategorien, weil sie meistens des Sinns entbehren. Nicht nur Unternehmen, auch Schulen hielten einer Überprüfung auf den Sinn hin nicht stand.
(Erstsendung 26.5.2012)

„Dem Leben auf der Spur“

Günter Funke zum 20-jährigen Bestehen der Auffanggruppe des Vorarlberger Kinderdorfs. Funke geht von dem Grundgedanken aus: Je besser alles funktioniert, desto größer ist die Gefahr, dass man nicht mehr spürt, was das Leben lebendig und lebenswert macht. Wer aber nichts mehr spürt, sondern nur noch funktioniert, ist so gut wie tot. Kinder spüren noch sehr viel, doch Funke ist sehr besorgt, dass Kinder zu früh zum Funktionieren gezwungen werden. Drei Fähigkeiten sind wichtig, um dem Leben auf der Spur zu bleiben: zuhören, empfinden (sich betroffen machen lassen) und entscheiden.
(Erstsendung 24.9.2005)

Zur Person: Günter Funke

Vater von zwei Söhnen; er erlernte das Handwerk des Bandwebers; im zweiten Bildungsweg machte er Abitur und studierte anschließend evangelische Theologie.

Theologe und Existenzanalytiker, Psychotherapeut. Er war Leiter des Instituts für Existenzanalyse und Lebensphänomenologie in Berlin. Günter Funke arbeitete in eigener psychotherapeutischer Praxis und in der Aus- und Weiterbildung für Logotherapie und Existenzanalyse. Er war persönlicher Schüler Viktor E. Frankls, dem Begründer der Logotherapie, und hat in Hamburg Theologie studiert.

Ein besonderes Anliegen war ihm die praxisnahe und authentische Vermittlung der Anthropologie der Existenzanalyse. Damit verbunden war die intensive Auseinandersetzung mit der Lebensphänomenologie. Er war auch Kuratoriumsmitglied der Internationalen Pädagogischen Werktagung in Salzburg.

Günter Funke lebte in Berlin, Jahrgang 1948; er war ein gefragter Vortragender mit vielgebuchter Lehr- und Seminartätigkeit in Deutschland und Österreich. Er galt als der Experte zum Thema Sinn im deutschsprachigen Raum.

In seinen autobiografischen Aufzeichnungen schreibt Funke u.a.:
„Viktor E. Frankl und Helmut Thielicke (war ein deutscher evangelischer Theologe. Unter Theologen ist vor allem seine Ethik bekannt), das waren die beiden Geschenke, waren wie Kompass und Landkarte, alles andere musste ich eigenständig, mit vielen Umwegen finden…“

Musik:

DUO Tevana : Claudio Spiegel und Ingo Lauda

Mango shuffle
Nithan
180 degrees

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