„Wage Neues. Trau dich leben!“

Einen klaren Appell richtet diese Woche em. Univ.-Doz. Dr. Franz Schmatz, Psychotherapeut, Theologe und Buchautor aus Krems (NÖ), an die Focus-Hörer: „Wage Neues. Trau dich leben!“

Sendehinweis:

„Focus“, 25.8.2016, 21.00 bis 22.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg
(WH vom 10.10.2015)

Franz Schmatz will seine Zuhörer nicht im Kopfbereich, sondern in der „Person-Mitte“ erreichen und beginnt seinen Vortrag mit Fragen: Wer hat mich bisher zu leben gelehrt? Wer waren und sind meine Vorbilder? Welche Lebensideale wuden mir mitgegeben, eingeprägt oder auch aufgezwungen? Lebe ich gerne? Spüre ich Lebenslust oder Lebensunlust? Prägen mich Lebensängste und Sorgen? Gibt es Tendenzen der Lebensverneinung in mir?

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Habe ich Urvertrauen und Geborgenheit prägend erlebt oder fehlen mir diese Erfahrungen? Wer prägt mich heute in meinen Lebensentwürfen? lebe ich danach, wie mich andere haben wollen? Traue ich mich auch anders zu sein? Wie geht es mir, wenn ich anecke? Lebe ich selbstständig? Frage ich ständig nach Erlaubnis? Kenne ich auch die Schattenseiten von mir? Möchte ich gerne anders leben? Wer oder was hindert mich anders zu leben?

Lebenserfahrung

Nicht zuletzt in seiner religiösen Erziehung sei er so geprägt worden, sich so zu verhalten, dass die anderen zufrieden sind, sagt Franz Schmatz mit Blick auf sein eigenes Leben. Als Ältester der Kinder sei seine Vorbildfunktion gefragt gewesen. Im strengen kirchlichen Internat machte er Bekanntschaft mit dem strafenden Gott, der ihn ständig beobachte. Das implizierte nicht zu sündigen und nicht an sich selbst zu denken, sondern immer für die anderen da zu sein, sagt Schmatz.

Er habe zu studieren begonnen, er sei krank geworden und habe fünf Jahre lang ums Überleben gekämpft. Das Wühlen nach dem WARUM habe nichts gebracht. Er wagte den Aufbruch und somit NEUES. Eine besondere Nacht gab ihm die Kraft für diesen Weg, nachdem ihm der zuständige Arzt gesagt habe, dass er nur noch ein paar Monate Lebenszeit haben werde. Es stellte sich für ihn die Sinnfrage: „Wie willst du den Rest deiner Lebenszeit verbringen bzw. leben?“ So wie bisher mit Ängsten, mit Schuldgefühlen und WARUM-Fragen oder „wagst du jetzt etwas zu verändern?“

focus franz schmatz
Effata Verlag
Franz Schmatz

Geht es nichts anders? „Opferhaltung“

Die Darstellung laufe nicht selten darauf hinaus, dass Menschen von sich sagen, sie seien Opfer. „Es gehe nicht anders. Die Eltern waren so, die Lehrer waren so.“ Solange ich in der Opferrolle bleibe, werde ich immer neu zum Opfer, weil das alle so wollen. Ich muss mich allerdings, wenn ich das erkenne, von dieser Opferrolle verabschieden, sagt Psychotherapeut Franz Schmatz.

Echtheit und authentisch sein - Wie geht es uns damit?

Oft werde man dadurch zum Außenseiter gestempelt, wenn man endlich tue, was einem wichtig ist. Schmatz empfiehlt Innehalten, Horchen, Staunen, Suchen und Probieren.

„In mein Schattenreich schauen“

Franz Schmatz beruft sich auf den „Schatten“, den CG Jung thematisierte; jener Bereich, den wir uns nicht zu leben getrauen. Schmatz empfiehlt, dem eigenen Schatten nachzuspüren. was würde ich gerne einmal tun, was ich mich bisher nicht getraut habe? Nach Jung gelte, dass man seine Gesundheit in sich fördere, wenn man den Menschen lebe und nicht nur die eine Seite, betont Schmatz.

„Ganz im ‚Sein‘- sein“

Franz Schmatz schildert die Geschichte der Begleitung eines Querschnittgelähmten, er sich mühsam durch eine dunkle Phase ‚bewegte‘, in der der Patient sterben wollte. Später zeigte er seinem Psychotherapeuten von ihm selbst gemalte Bilder; endlich konnte er seine künstlerische Ader ausleben, was vor der Querschnittlähmung keinen Platz hatte.

Kein Egoismus, sondern Ermutigung

Franz Schmatz sagt, es gehe ihm nicht um einen brutalen Egoismus, bei dem alles um mich herum egal ist, sondern um die Ermutigung, wenn ich mich selber leben traue, dann habe ich keinen Grund mehr, andere um ein qualitätsvolleres Leben zu beneiden. Wenn ich mir etwas gönne, bin ich auch achtsam mit dem DU.

Aufbruch bedarf der Stille - und zur inneren Mitte finden

Viele sind zum Innehalten, zum Stillsein nicht fähig, beklagt Franz Schmatz, weil sie es nicht ge- oder bereits verlernt hätten. Um aus dem Alten herauszukommen, bedarf es der Stille, des Innehaltens.

Diesen Vortrag haben wir im Festsaal der Arbeiterkammer in Feldkirch im Rahmen der Vortragsreihe „Wissen fürs Leben“ aufgezeichnet.

Zur Person:

Dr. Franz Schmatz, Psychotherapeut, Lebens- und Sozialberater Em. Professor an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems Vorträge im gesamten deutschsprachigen Raum, Zahlreiche Publikationen, darunter 22 Bücher und Broschüren. Auftritte in in- und ausländischen Radio- und Fernsehsendungen.

www.effata.at

Literatur zur Sendung:

Franz Schmatz. Trau dich leben. 12 Bausteine für Wohlergehen. Glücklichsein und sinnerfülltes Leben Effata Verlag Krems (Broschüre)

Franz Schmatz. Heilende Lebenstexte. Effata Verlag Krems (Buch)

Musik:

CD* FRANUI - UND RUH’ IN EINEM STILLEN GEBIET - MAHLERLIEDER T* Ich atmet’ einen linden Duft G* Fünf Lieder nach Texten von Friedrich Rückert

A: Franui Musicbanda : NI: Nikolai Tunkowitsch/Violine, Viola (gezupft) NI: Angelika Rainer/Zither NI: Markus Kraler/Kontrabaß

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