„Am Anfang stehen immer die Fragen"

Psychologin Ute Karin Höllrigl und Enkelin Julia Höllrigl sprechen in der ORF Radio Vorarlberg Sendung „Focus“ über das Thema „Am Anfang stehen immer die Fragen. Über beglückende Momente der therapeutischen Arbeit.“

Sendungshinweis:

Focus, 10.9.2015, 13.00 bis 14.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg

„Das Leben hat eine Frage an uns und wir kommen mehr ins Leben, wenn wir in die Antwort hineinreifen und wenn wir das Ungelöste in unserem Leben stehen lassen können“, sagt Ute Karin Höllrigl einleitend.

Die Sendung zum Nachhören:

Vor über 40 Jahren ist Höllrigl, als tief ermüdete Juristin, wie sie sagt, nach St. Gerold in die Propstei gekommen. Die 1939 in Stuttgart geborene, in Österreich und in der Schweiz aufgewachsene Mutter von zwei Kindern und Großmutter von zwei Enkeln, fühlte sich damals dem Himmel ein Stück näher. Ihre Kinder hätten hier reiten gelernt. Sie sei mit ihrer Enkelin Julia angereist, die schon als kleines Kind in St. Gerold gewesen sei. Sie habe immer versucht, ihrer Enkelin einen spirituellen Boden zu legen, sagt die Großmutter.

Focus Ute Karin Höllrigl (ältere Dame) und Julia Höllrigl
privat
Ute Karin Höllrigl

Spirituelle Heimat

Es sei nicht um die Erziehung eines kirchlichen Bewusstseins gegangen, sondern die Öffnung des Kindes für den St. Gerolder Geist - der ein besonderer Geist sei. Die Propstei sei ihre spirituelle Heimat, sagt die Psychoanlytikerin. Sie sei nur in der Spiritualität beheimatet, also in der Dankbarkeit für das, was da ist, sagt die Kosmopolitin.

In den 40 Jahren sei sie zwei- oder dreimal im Jahr zur Einkehr oder zu Kursen nach St. Gerold gekommen. Durch die gelernte Dankbarkeit sei sie versöhnt mit allem Schmerzlichen und dankbar dem Schönen gegenüber. In St. Gerold sei auf dem kleinsten Platz alles da, was wir zum Leben brauchen, sagt Höllrigl. Eingebettet auf einem spirituellen Boden.

Medizin für die Seele

In dem in St. Gerold vorgestellten Buch hat eine lebendige Dialogform zwischen Großmutter und Enkelin ihren Niederschlag gefunden, die die wesentlichen Fragen des Lebens berühen.

Spürbar wird der tiefenpsychologische Hintergrund von Ute Karin Höllrigl: etwa durch die Psychologie von C. G. Jung und die jahrzehntelangen Erfahrungen von Höllrigl als Jungsche Analytikerin, verflochten mit ihren reichen Lebenserfahrungen. „Das Buch gilt als ein hilfreicher Wegweiser und Ratgeber, ein Fachbuch, eine Medizin für die Seele“.

Focus Ute Karin Höllrigl (ältere Dame) und Julia Höllrigl
privat
Julia Höllriegl

Zur Person:

Dr. Ute Karin Höllrigl, studierte Juristin und Mutter zweier Kinder, ist 1968 mit ihrer Familie von Österreich in die Schweiz übersiedelt, aus beruflichen Gründen Ihres Mannes. In der Schweiz war Höllrigl zunächst als Gerichtsschreiberin tätig, sie arbeitete in den verschiedensten juristischen Bereichen mit dem Schwerpunkt Strafrecht und Vollzug, war Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Kriminologie und wurde schließlich zur stellvertretenden Jugendanwältin des Kantons Schaffhausen gewählt.

Aufgrund eines Traums entschließt sie sich 1976 zu einem Studium der Psychologie am C.-G.-Jung-Institut in Zürich. Die anerkannte Jugendanwältin schließt 1983 ihr Studium der Psychologie ab, noch im selben Jahr eröffnet sie eine psychotherapeutische Praxis für analytische Psychologie. Mit 36 Jahren hat sie ihr Studium der Psychologie begonnen.

In zahlreichen Essays, Vorträgen und Publikationen hat sich Höllrigl mit der Botschaft der Träume beschäftigt. Sie hat über die Traumanalyse bei C. G. Jung ebenso geschrieben wie über eigene Träume, sie hat sich intensiv mit den Texten von Ingeborg Bachmann beschäftigt, mit der Lyrik von Hilde Domin, Christine Lavant und vielen anderen.

Julia Höllrigl, Jg. 1995, Matura im Jahr 2014, anschließend Studium der Psychologie. Sie reist schon als Kind mit iher Großmutter zwischen den Familiensitzen Schweiz und Österreich sowie der Propstei St. Gerold hin und her. Sie verbringen viel Zeit miteinander und so entsteht eine innige Beziehung zwischen Enkelin und Großmutter.

Literatur:

Das Buch trägt den Titel „Vertrauens Wege- Tiefenpsychologische Erfahrungen eines Lebens“ und ist im Erato-verlag erschienen.

Musik:

Zwölf Deutsche Tänze für Klavier < Ländler > op.posth.171 DV 790
Komponist: Franz Schubert/1797 - 1828
Interpretin: Heidi Spring/Klavier
Originalmitschnitt

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