R. Dahlke: „Sucht ist die Krankheit der Anderen“

In der Sendung „Focus“ spricht Dr. Arzt, Psychotherapeut und Bestsellerautor Dr. Ruediger Dahlke über das Thema „Sucht ist die Krankheit der Anderen“.

Die Sendung zum Nachhören:

Sendungshinweis:

„Focus“, 9.5.2014

Es sei schwierig, über Sucht zu sprechen, sagt Ruediger Dahlke, weil auf Sucht mit illegalen Drogen und von der Sucht Betroffene in unserer Gesellschaft enorm viel projiziert werde.

Sucht und Medizin

Der Begriff „Sucht“ sei in der Medizin ziemlich an den Rand gedrängt worden - er spiele kaum eine Rolle. Das sei aber nicht immer so gewesen: Man denke etwa an Hepatitis (Gelbsucht), die Schwindsucht war der Ausdruck für die TBC, die Bleichsucht(Anämie), die Wassersucht (Ödem-Neigung), die Tobsucht (agitierte Psychose), die Fallsucht (Epilepsie); Hildegard von Bingen sprach von 35 Süchten, die im Krankheitsfall anfielen und körperliche, seelische sowie soziale Probleme ansprachen. Die Habsucht und die Eifersucht sind nach Hildegard von Bingen die schlimmsten Süchte, zitiert sie Dahlke.

Rüdiger Dahlke
Goldmann Arkana Verlag
Ruediger Dahlke

Sucht und Krankheitsbilder

Hinter der Sucht stecke die Suche des Menschen nach Einheit, Erfüllung, Glückseligkeit und Gott. Wenn die Suche scheiterte, habe man von Sucht gesprochen, so Dahle. Insofern war Sucht Ausdruck jeden Scheiterns und damit aller Krankheitsbilder.

Sucht wird heute in die Psychiatrie abgeschoben

Man habe die Sucht in die Psychiatrie abgeschoben und nach Dahlke steht die Psychiatrie wiederum ganz weit am äußersten Rand der Medizin. Früher waren die Nervenärzte sogenannte „Irrenärzte“. Bei den Psychiatern lande alles, was man sonst nicht unterbringen kann. Sie hätten das schwierigste Thema zu bewältigen.

Sucht und Suche – Medizin und Leben

Die Sucht sei das größte Thema in der Medizin, so wie die Suche das größte Thema im Leben wäre. Die Medizin sei mit der heutigen Thematik der Suche der Menschen komplett überfordert, kritisiert Ruediger Dahlke. Er ergänzt: “Im Heilmittel ist die Mitte begrifflich vertreten. Der Arzt weiß sich beim Verlust der Mitte des Patienten nicht so echt zu helfen. Wir sind weit weg von den uralten Bereichen der Medizin. Eine Gesellschaft, die mit der Suche der Mitte nichts mehr zu tun hat, wird mit dem Thema Sucht sehr gefährdet sein.“

Der Gesellschaft sei es lästig, sich mit der verlorenen Mitte zu beschäftigen. Zudem habe man sich ein paar Parade-Süchtige ausgesucht.

Sucht und Suche verbindet uns alle

In unserer Gesellschaft könne alles zur Sucht werden: Spielsucht, Esssucht, Arbeits-und Sexsucht. Zudem habe unsere Gesellschaft ein geringes Wissen über Sucht. Man werde die Einnahme von illegalen Drogen nicht verhindern, sagt Dahlke, weil die Gesellschaft die Themen der jungen Menschen hinter den Drogen meide. Junge Menschen hätten ein Bedürfnis nach Ekstase, nach Einheits- und Rauscherfahrungen, und das gebe es in allen Kulturen dieser Welt. Solange man sich damit nicht aussöhne, werde es auch nichts werden.

Licht und Schatten von Ekstase

Vorbeugung bedeutet nach Ruediger Dahlke, die Schicksalsgesetze kennenzulernen in Form der Gesetze von Licht und Schatten. „Wenn wir die Lichtseite nicht bedienen, kommt der Schatten heraus. Wenn man die Ekstase niedermacht, landen die jungen Menschen im Schatten. Man müsste dafür allerdings heraus aus der bürgerlichen Angst“, ermutigt Dahlke. „Wenn Menschen ihr Leben - ihre Vitalität- nicht leben können, weil es überall Angst gibt, dann fallen sie in die Schatten.“

Dieser Vortrag wurde anlässlich der Feierlichkeiten zum 20-Jahr-Jubiläum der Dornbirner Beratungsstelle in der Drogenhilfe und Suchtfragen „Die Faehre(www.diefaehre.at)“ aufgezeichnet.

Zur Person:

Dr. med. Ruediger Dahlke arbeitet seit 35 Jahren als Arzt, Autor und Seminarleiter. Die Buch-Trilogie „Schicksalsgesetze“, „Schattenprinzip“ und „Lebensprinzipien“ bildet die philosophische und praktische Grundlage seiner Arbeit.

Sein Ziel, ein Feld ansteckender Gesundheit aufzubauen, spiegelt sich in Büchern wie „Peace-Food“ und „Seeleninfarkt“, aber auch in der Verwirklichung des Seminarzentrums TamanGa in der Südsteiermark.

Literatur:

  • Ruediger Dahlke. Die Schicksalsgesetze. Spielreglen fürs Leben.Resonanz, Polarität, Bewusstsein.
    Goldmann Arkana
  • Ruediger Dahlke, Das Schatten-Prinzip
    Die Versöhnung mit unserer verborgenen Seite.
    Goldmann Arkana
  • Ruediger Dahlke. Die Lebensprinzipien;
    Übungen und Meditationen zu Selbsterkenntnis, Vorbeugung und Heilung
    Goldmann Arkana

Musik:

T* Nightmare en LSD,
NI: x
K: Peter Thomas

CD* DAS SÜSSE LEBEN
T* Neue Wunder
K: Klaus Hoffmann

CD* BREAKFAST IN AMERICA
T* Breakfast in America
A: Supertramp/Gesang m.Begl.

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