„Glück ist nicht das Wichtigste im Leben“

Philosoph Prof. Dr. Wilhelm Schmid spricht in dieser Sendung erläutert in dieser Sendung die „Glückshysterie“ vieler Menschen und wie diese etwas gedämpft werden kann. Dabei macht er deutlich, dass Glück und Sinn nicht identisch sind.

Die Sendung zum Nachhören:

"Alle reden vom Glück. Nicht wenige Menschen aber werden unglücklich, nur weil sie glauben, immer glücklich sein zu müssen.
Professor Wilhelm Schmid möchte diese „Glückshysterie“ etwas dämpfen und in nachdenklichere Bahnen lenken.!!!

Sendehinweis: „Focus“,
Donnerstag, 12. Jänner 2012

Einfach glücklich zu sein ist ein schwieriges Unterfangen. Was ist Glück? Die Frage danach treibt uns um. Könnte es aber sein, dass gerade die ständige Jagd nach dem Glück unglücklich macht? Dabei ist Glück nichts als ein Wort. Entscheidend ist, was damit bezeichnet wird, welche Bedeutung dem Wort gegeben wird, das nicht nur „das“ Glück in der Einzahl bezeichnet.

Die Glücks-Varianten

Professor Wilhelm Schmid, der Lebenskunst-Philosoph, unterscheidet "das Zufallsglück, das „Wohlfühlglück“, das „Glück des Unglücklichseins“ und das „philosophische Glück“. Dieses „Glück der Fülle“ bezieht alle Gegensätze des Lebens mit ein, auch ein sehr schwieriges und hartes Leben. Neben dem Glück gibt es gibt auch ein Unglücklichsein stellt Wilhelm Schmid fest. Vielerorts bestehe eine Art Glückshysterie und Glück sei nicht selten in der glück-orientierten Gesellschaft ein Ersatzbegriff für Sinn. Sinn, der den Menschen fehle, so Prof. Schmid.

Sinnlicher und seelischer Sinn

Sinn sei Zusammenhang und Sinnlosigkeit Zusammenhanglosigkeit. Das Fehlen von Sinn ist das Versiegen der Quellen des Lebens. Beim Sinn unterscheidet Wilhelm Schmid zweierlei Arten. Der sinnliche Sinn berücksichtigt den Zusammenhang von Mensch und Umwelt, wie uns die Sinne die Welt wahrnehmen lassen. Den seelischen Sinn verdanken wir gefühlten Beziehungen. Der seelische Sinn entsteht aus der Gefühlsbindung, etwa auch aus starken Gefühlen in der Liebe und für Freunde. Wilhelm Schmid verweist auch darauf, dass Kinder Sinn stiften oder Heimat eine Quelle von Sinn sein kann. Auch die Zusammenarbeit stifte Sinn.

Zerstörung von Lebenszusammenhängen

Die Schnittmengen von Glück und Sinn
Glück und Sinn haben viele Schnittmengen sind aber nicht identisch. Wir können Arbeit am Sinn leisten. Professor Schmid ortet in der Moderne eine Zerstörung von Lebenszusammenhängen. Die Natur wird uns zwingen, diese Zerstörung zu beenden und die Natur zu schützen und als eine Einheit zu betrachten. Nach dem Sinn im Leben fragt man nur, wenn man den Sinn nicht hat.

Mitschnitt vom 15. Philosophicum Lech 2011

Dieser Vortragsmitschnitt vom 15. Philosophicum Lech 2011 wurde von Carpe diem - dem Verein zur Förderung von Bildung und Kultur - zur Verfügung gestellt.

Zur Person

Univ. Prof. Dr. Wilhelm Schmid lebt als freier Philosoph in Berlin und lehrt Philosophie an der Universität Erfurt. Viele Jahre lang war er als Gastdozent in Riga/in Lettland und in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, sowie als „philosophischer Seelsorger“ an einem Krankenhaus bei Zürich tätig.

Literatur zum Glück:

Wilhelm Schmid. Glück: Alles, was Sie darüber wissen müssen, und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist. Insel Verlag

Musik

CD Anderscht Saitenflug
CD Anderscht Eidgenössisch diplomiert

Link:

Homepage von Wilhelm Schmid

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