Barbara Pachl-Eberhart: „Die Tragödie sagt:4 -3 = 1 Vier minus drei macht eins“

Wie schafft es eine Frau, die ihren Mann und ihre beiden Kinder durch einen Verkehrsunfall verliert, weiterzuleben? Zwei Jahre nach dem tragischen Ereignis schildert Barbara Pachl-Eberhart ihren Weg in ein neues Leben - ein Schicksal, das erschüttert und dennoch Mut macht.

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Die Offenheit, mit der Barbara Pachl-Eberhart sich ihrem Schicksal stellt und der Mut, mit dem sie Schritt für Schritt in eine unbekannte Zukunft geht, zeugen auf ergreifende Weise von menschlicher Größe und einem unerschütterlichen Glauben an den Sinn des Lebens. Die junge Mutter verliert im März 2008 bei einem Unfall ihren Mann Helmut und ihre beiden Kinder Thimo und Valentina Fini. Mit ihrem Buch „vier minus drei“, in dem sie ihren Schicksalsschlag beschreibt, ordnet und aufarbeitet, erweckt sie über weite Strecken ihre Familie wieder zum Leben.

Schmerz in Sinn verwandeln

Sie beschreibt auch die Zeit des Schmerzes und das Bedürfnis nach Einsamkeit in den Tagen nach der Tragödie. Drei Menschen ihrer Familie, beide Kinder und ihr Mann, sind gestorben.

Literatur: Barbara Pachl-Eberhart. „vier minus drei“. Wie ich nach dem Verlust meiner Familie zu einem neuen Leben fand. Integral Verlag München

Sie bleibt allein zurück - und man fragt sich: Wie schafft es Barbara Pachl-Eberhart, eine Tragödie eines solchen Ausmaßes zu verarbeiten? Sie hat oder entwickelt eine Größe, die berührt und verwandelt ihren Schmerz in Sinn. Man fragt sich dabei, welche Rolle ihr Glaube in ihrem Leben spielt. Eben dieser eröffnet sich dann, wenn sie davon erzählt, wie sie mit ihrem Sohn Thimo über Gott redet.

Der tiefste Schmerz

Mitunter sagen Menschen zu Barbara Pachl Eberhart, sie könnten ihr Buch über ihre Familien-Tragödie nicht lesen, sie könnten auch keine ihrer Lesungen besuchen. Dahinter vermutet die Autorin die Angst der Menschen vor dem tiefsten Schmerz.

Aus dem Publikum im Lustenauer Theresienheim kommt die Frage, ob sie als Buchautorin nicht Angst habe, auf diese ihre Lebenstragödie reduziert zu werden.

Sendungshinweis:

„Focus“, 2.11.11

Zur Person:
Barbara Pachl-Eberhart über sich selbst: "geb.1974 in Wien. Matura im Gymnasium Zirkusgasse, Wien II. Den Zirkus erst nach meiner Reifeprüfung entdeckt, als ich mich nach fünf Jahren Querflötenstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien erstmals fragte, warum da unten im Publikum eigentlich nie jemand lacht. Und diese Tatsache unendlich traurig fand. Das Jonglieren geübt, das so vieles zu verbinden vermag. Hirnhälften. Menschen. Interessen. Talente. Generationen. Auf der Suche nach einem Brotberuf das Lehramt an Volksschulen abgeschlossen, nach vier Wochen Praktikum den Beruf an den Nagel gehängt, weil meine Klasse nur gelacht und kaum etwas gelernt hatte. Später Ausbildung zum „Clowndoctor" im Rahmen der Cliniclowns.“

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