Laterns: Lachenwald wird geschützte Zone

In Laterns werden 23 Hektar Wald geschützt und nicht wirtschaftlich genutzt, dass hat die Gemeindevertretung am Mittwoch entschieden. Nachdem es in der Sitzung vor rund zwei Monaten noch heftige Diskussionen gab, waren sich die Gemeindevertreter nun einig.

Mit einem einstimmigen Grundsatzbeschluss machten die Gemeindvertreter von Laterns die Sache klar. Die 23 Hektar große Fläche im Lachenwald soll unter Schutz gestellt werden. Das Projekt werde nun also weiter verfolgt, sagt Bürgermeister Heinz Ludescher. Bei der Sitzung wurden sämtliche Fragen beantwortet, dadurch gab es keinen Grund mehr für die Vertreter, die Notbremse zu ziehen. Jetzt könnten vertragliche Bedingungen über die Unterschutzstellung und der genaue Grenzverlauf festgelegt werden, freut sich Ludescher.

Neue Lebensräume möglich

Laut Herbert Erhart von der Umweltabteilung des Landes sei es bemerkenswert, dass ein Grundeigentümer eine Waldfläche wirtschaftlich ungenutzt lasse. Die Ausweisung als Naturwaldzelle garantiere, dass in dem Wald Bäume in den unterschiedlichsten Lebensphasen vorkommen und damit neuen Lebensraum bieten. So hätten Pilze, Vögel oder auch Insekten nun ganz andere Möglichkeiten sich zu verbreiten, als in einem bewirtschafteten Wald, erklärt Erhart.

Kritiker drängten auf Nutzung

Die ehemalige Gemeindevertreterin Doris Zimmermann, die sich in einem Offenen Brief an die Gemeindevertretung gegen die Naturwaldzelle Lachenwald ausgesprochen hat, will die Entscheidung zur Kenntnis nehmen. Sie hat zuvor kritisiert, dass mit der Unterschutzstellung die Nutzung des Waldes für mehrere Generationen verhindert werde. Es handle sich zwar um ein steiles Gebiet, mithilfe eines Weges oder eines Seils sei es aber durchaus möglich, das Holz dort nutzbar zu machen, meinte Zimmermann vor kurzem.

Bürgermeister Ludescher sagt damals darauf, er könne die Argumente der Kritiker nicht nachvollziehen. Die Naturwaldzelle soll auf einer Fläche von lediglich vier Prozent des Gemeindewaldes geschaffen werden, in diesem Bereich habe man schon seit 50 Jahren kein Holz mehr geerntet. Die nächsten zehn Jahre solle das so bleiben - die Ausweisung als Naturwaldzelle sei nämlich auf zehn Jahre befristet. Dass der Lachenwald in letzter Zeit nicht verändert wurde, habe bereits positive Auswirkungen gehabt, sagt Ludescher. Dadurch seien bereits in den vergangenen Jahren neue Lebensräume entstanden, vor allem für Spechte, Auerhahn und Birkhuhn.

Bürgermeister verspricht Begehung mit Kritikern

Bürgermeister Ludescher hat nun nach der Gemeindevertretungssitzung angekündigt, noch vor der Vertragsunterzeichnung mit Kritikern eine Begehung zu machen. Seit zwei Jahren gibt es in Laterns Überlegungen, einen Teil des gemeindeeigenen Waldes unter Schutz zu stellen.

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