Jäger kritisieren verpflichtende Hegeschau

Einige Jäger in Möggers protestieren gegen die verpflichtende Hegeschau, die einmal im Jahr stattfindet. Die Behörden wollen dadurch Rückschlüsse auf den Wald- und Wildbestand ziehen. Die Jäger zweifeln jedoch an der Aussagekraft.

Eine Gruppe von Jägern aus Möggers fordert, dass das Landesgesetz rund um die verpflichtende Hegeschau abgeschafft wird. Es sei unsinnig zu glauben, durch die Hegeschau erkennen zu können, wie es dem Wald und dem dort lebenden Wild geht, sagt Reinhard Rädler von Jagdmodell Möggers.

Jäger
ORF
Die Jagdtrophäen wurden heuer aus Protest rot eingefärbt.

Fütterung beeinflusst Ernährung

Auch der Vorarlberger Waldverein hält einen Lokalaugenschein in der Natur zur Begutachtung des Waldes für besser geeignet. An Hand von Knochen sei das ein Ding der Unmöglichkeit, sagt Obmann Walter Amann. Schließlich würden die Tiere gerade im Rotwildbereich über Monate hinweg gefüttert werden, was die Ernährung maßgeblich beeinflusse. Dadurch könne über den Zustand des Lebensraumes keine Aussage gemacht werden, sagt Amann. Beim Land Vorarlberg sieht man das mit einem kritischen Auge: Eine entsprechende Petition vor vier Jahren wurde bereits abgelehnt.

Öko-Jäger: Kritik an „Hegeschau“

Viele Jäger zeigen nach getaner Arbeit gerne ihre Erfolge her - in Form von Trophäen. Es ist in Vorarlberg für einen Jäger sogar gesetzlich verpflichtend, einmal im Jahr bei der sogenannten „Hegeschau“ seine Trophäen zu präsentieren.

„Trophäenkult darf nicht unterstützt werden“

Mit der Hegeschau werde ein Trophäenkult von reichen Hobbyjägern nur unterstützt, sagt Rädler. Solche Trophäen werden schließlich nur mehr durch Fütterungen erzielt. Diese Art von Fütterung schade dem Tier jedoch, sagt Rädler, da es nicht natürlich ist sondern meist mit Kraftfutter oder Eiweiß verstärkt wird.

Jäger
ORF
Wenn die Trophäen nicht abgegeben werden, müssen die Jäger pro Stück 700 Euro bezahlen.

Forderung: Hegeschau aus Gesetz entfernen

Eigentlich wollten die Jäger aus Möggers ihre Trophäen heuer gar nicht abgeben. Das hätte aber enorme Konsequenzen gehabt, erklärt Rädler. Denn pro Trophäe, die nicht abgegeben wird, muss der Jäger 700 Euro bezahlen. In anderen Ländern ist die Hegeschau bereits nicht mehr verpflichtend. Baden-Württemberg beispielsweise hat die Hegeschau aus dem Jagdgesetz bereits herausgenommen. Das fordern die Jäger in Möggers nun auch von der Politik in Vorarlberg.

Werbung X