Zumtobel mit deutlichem Umsatzminus

Der börsennotierte Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 ein Umsatzminus von 6,7 Prozent hinnehmen müssen. Auch das Periodenergebnis rutschte ins Minus.

In den ersten neun Monaten hat die Zumtobel-Gruppe einen Umsatz von 908,1 Mio. Euro erwirtschaftet - um 6,7 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zurückzuführen sei dieser Rückgang auf negative Währungseffekte und deutliche Einbußen in Großbritannien, so das Unternehmen in einer Aussendung am Dienstag. So habe die Aufwertung des Euro gegenüber dem Britischen Pfund und dem Schweizer Franken Verluste in Höhe von 20,7 Mio. Euro verursacht. Um diese Währungseffekte bereinigt, betrage das Minus noch 4,6 Prozent.

Gleichzeitig ging der Umsatz in Großbritannien um rund 20 Prozent zurück. Vor diesem Hintergrund sank das Periodenergebnis auf minus 1,7 Mio. Euro - im Vorjahr stand noch ein Gewinn von 29,8 Mio. Euro zu Buche. Das bereinigte Gruppen-EBIT sank auf 20,5 Mio. Euro (Vorjahr: 62 Mio. Euro). Positiv entwickelt hat sich hingegen der Umsatz bei den LED-Produkten: Hier ist ein Plus von 1,3 Prozent zu verzeichnen. Gestiegen ist auch der Umsatz im neuen Geschäftsbereich Zumtobel Group Services.

Alfred Felder
Zumtobel
Alfred Felder

Felder kündigt Zukunftsstrategie an

Vorstandsprecher Alfred Felder kündigte an, in den nächsten Monaten die operative Entwicklung stabilisieren und die angekündigten Einsparungsmaßnahmen umsetzen zu wollen. Parallel dazu arbeite man an einer Zukunftsstrategie, so Felder: „Hier werden wir klare Maßnahmen und Ziele setzen und in diesem Prozess auch sämtliche Strukturen, Unternehmensabläufe aber auch Märkte und Produktportfolios ergebnisoffen auf den Prüfstand stellen.“ Schon im Juni sollen Ergebnisse präsentiert werden.

Führungswechsel im Februar

Felder führt die Geschäfte von Zumtobel seit 1. Februar. Er folgte Ulrich Schumacher nach, der das Unternehmen am 1. Februar verlassen hatte. Zuvor hatte es laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ Konflikte zwischen der Unternehmensführung und dem Aufsichtsrat gegeben. Der Gründerfamilie werde vorgeworfen, im Aufsichtsrat wie Alleineigentümer zu agieren, obwohl der Aufsichtsratsvorsitzende Jürg Zumtobel und sein Bruder Fritz nur gut ein Drittel der Aktienanteile halten.

Kurz darauf gaben die Aufsichtsräte Stephan Hutter und Hans Peter Metzler ihre Rücktritte mit 31. Jänner bekannt. Mitte Jänner richtete CEO Schumacher ein Schreiben an den Aufsichtsrat, in dem er unter anderem seinen Rücktritt anbot. Das Unternehmen verlautbarte daraufhin, man werde „in Gespräche über eine vorzeitige Trennung“ eintreten, Anfang Februar folgte die Trennung.

Seit Längerem wirtschaftliche Schwierigkeiten

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gruppe dauern schon länger an. In drei Monaten musste das Unternehmen zweimal Gewinnwarnungen herausgeben. Anfang Jänner hieß es, der Gewinn (bereinigtes EBIT) werde 2017/18 nur 15 bis 25 Mio. Euro betragen - statt wie bisher angenommen 50 bis 60 Millionen Euro. Der Umsatz werde um acht Prozent zurückgehen. An diesen Kennzahlen hält Zumtobel weiterhin fest.

Zumtobel könnte aus ATX herausfallen

Die schwierige wirtschaftliche Situation wirkt sich auch auf den Aktienkurs aus: Der Kurs ist in den ersten drei Quartalen um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Zumtobel könnte - laut eigenen Informationen - sogar aus dem ATX, also dem Leitindex der größten börsennotierten Unternehmen Österreichs, herausgenommen werden.

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