Akuter Mangel an Pflegefamilien in Vorarlberg

Der Pflegekinderdienst im Land schlägt Alarm: Es herrscht ein akuter Mangel an Familien, die Kinder und Jugendliche aufnehmen. Durch eine gezielte Öffentlichkeitskampagne hofft man jetzt, interessierte Menschen zu finden.

Rainer Zech ist Sozialarbeiter, er betreut Pflegefamilien. Es werde immer schwieriger, Pflegeplätze zu finden, sagt Zech. Das sei auf die veränderten Lebensbedingungen von Familien zurückzuführen. Immer öfter arbeiten beide Elternteile. Ein zusätzliches Pflegekind aufzunehmen, sprengt bei vielen den Rahmen. „Die Situation ist sehr akut im Moment“, sagt Zech. „Wir suchen aktuell sieben Pflegefamilien für sieben Kinder, die wir vermitteln sollten in den nächsten ein bis zwei Monaten.“

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In Vorarlberg gibt es derzeit einen akuten Mangel an Pflegeeltern. Sieben Kinder sind auf einer Warteliste. So dramatisch war die Situation laut Pflegekinderdienst schon lange nicht mehr.

Neben sieben Kindern im Volksschulalter sind auch fünf Säuglinge darunter. Sie sind kurzfristig auf sogenannten Krisenpflegeplätzen untergebracht. Eine langfristige Lösung sei das aber nicht, so Zech: „Weil sich die Kinder sonst anfangen zu binden, zur Krisen-Mama, zum Krisen-Papa, und dann müssen sie wieder herausgerissen werden, wenn sie dann zu den richtigen Langzeitpflegeeltern kommen.“

Zwei Drittel springen nach Info-Gespräch ab

Zwei Drittel der potenziellen Pflegeeltern springen laut Zech schon nach dem ersten Informationsgespräch ab. Er macht keinen Hehl daraus, dass Familien, die sich bewerben, ganz genau unter die Lupe genommen werden. „Es muss einem bewusst sein, dass man nicht mehr ganz so privat ist.“ So schaut etwa der Pflegekinderdienst regelmäßig vorbei und einmal im Jahr kommt auch die Kinder- und Jugendhilfe zu Besuch.

Es vergehen etwa fünf Monate, bis eine Familie ein Pflegekind aufnehmen darf. Das Schulungsseminar dauert vier Tage. Im Moment ist nicht einmal sicher, ob der nächste Kurs im Mai voll wird - bisher gibt es nur zwei Anmeldungen. Derzeit gibt es 170 Pflegefamilien im Land.

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