Wolford plant Online-Handel in Asien

Wolford erhofft sich durch den Einstieg des chinesischen Investors Fosun wieder Gewinne ab dem Geschäftsjahr 2018/19. Die Textilfertigung in Bregenz mit rund 600 Mitarbeitern bleibe erhalten. Für Wachstum soll der Aufbau des Online-Handels in Asien sorgen, gab der Vorstand am Freitag bekannt.

Wolford-Vorstand Axel Dreher erläuterte am Freitag in einer Telefon-Pressekonferenz die Zukunftspläne des Textilunternehmens. Man sei nach einer langen Suche nun sehr zufrieden, mit Fosun einen neuen strategischen Hauptaktionär gefunden zu haben. Damit sei das Ziel, einen finanzstarken Partner mit langfristigem Engagement und Globalisierungschancen zu finden, erreicht.

Fosun ist im Mode- und Luxusbereich engagiert, etwa bei Unternehmen wie Tom Taylor, Lavin, St.Johns (USA), nicht aber bei La Perla, das anderweitig verkauft wurde, stellte Dreher am Freitag richtig.

Unternehmen reduziert Fremdkapital

Wesentlich für Wolford sei die vereinbarte Kapitalerhöhung von 22 Millionen Euro zur Stärkung der Liquidität. Das Geld werde zum Teil in eine Erneuerung des Marktauftritts von Geschäften, weltweiten Standorten sowie in den Ausbau des Onlinegeschäfts in den USA und Asien gesteckt. Wolford betreibe 14 eigene Onlineshops, jedoch keinen in Asien, China und Japan.

Das wolle man ändern, so Axel Dreher. Geplant ist der Ausbau von 40 Topstandorten. Wolford will auch die Fremdfinanzierung um zehn Millionen zurückgefahren. Investiert werde in die Modernisierung der Produktion. Färberei und Strickerei in Bregenz sollen auf den neuesten Stand gebracht werden. Konkrete Zahlen nannte Dreher für 2019 nicht, die Investitionen würden sich aber auf dem Niveau der Vorjahre einpendeln, etwa bei acht bis zehn Millionen Euro pro Jahr.

Klares Bekenntnis zu Bregenz

Produktion und Mitarbeiter (rund 600 in Bregenz, 1.400 im Gesamtunternehmen) werden wie bisher beibehalten, unterstreicht Dreher und meint damit das Textilfertigungszentrum in Bregenz und die Konfektion in Slowenen. Wolford plane keine weiteren Verlagerungen, unterstreicht Dreher. Anpassungen aufgrund von Volumen-Schwankungen könne es hie und da geben, „aber nichts Strukturelles“, so der Vorstandsvorsitzende. Nach einer Konsolidierungsphase rechnet Wolford wieder mit Wachstum, vor allem außerhalb Europas, wo große Chancen gesehen werden. In Europa sei man in einem stabilen Umfeld. Daraus resultiere eine höhere Auslastung und Beschäftigung für Bregenz.

Wolford hält an Börsennotierung fest

Vorstandvorsitzender Dreher verneint einen Börsenabschied von Wolford. „Das ist nicht geplant.“ In dieser Richtung gebe es auch keine Hinweise von Fosun. Größter Einzelaktionär bei Wolford ist der deutsche Investor und Dotcom-Millionär Ralph Bartel (28 Prozent Anteile), daneben gibt es auch einen gewissen Streubesitz. Fosun plane kein „going privat“ und auch keinen Abschied von der Börse.

Welche Rolle spielt China?

Wolford will für chinesische Kunden, die weltweit verteilt sind, die Verfügbarkeit der Produkte erhöhen. Über den Onlinebereich werde das für Wachstum sorgen. Produktionen in China plane man dagegen nicht. Für die Strumpferzeugung sei keine Fremdproduktion geplant. In Bregenz seien die Kapazitäten ausreichend, vor allem könne man die Qualität erhalten.

Die Produktion in Bregenz sei zu 60 Prozent ausgelastet. Man wolle 90 Prozent erreichen. Fosun werde sich nicht in die Produktentwicklung einmischen, denn Wolford sei als „product-hero“ anerkannt. Fosun werde die Internationalisierung unterstützen. Fosun habe noch keine Zielvorgaben für nächsten drei bis fünf Jahre gemacht, so Wolford-Vorstand Dreher.

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