Eltern kämpfen um Kinderkrebs-Station

Gegen die Schließung der Kinderkrebs-Station am Krankenhaus Dornbirn formiert sich Widerstand. Unter den betroffenen Familien sorgt die Schließung für große Unsicherheit. Krebskranke Kinder werden in Zukunft in Innsbruck behandelt.

Seit Anfang des Jahres wird die Chemotherapie von krebskranken Kindern aus Vorarlberg nur mehr in Innsbruck durchgeführt. Die Behandlung zwischen den Therapie-Blöcken bleibt an der Kinderstation im Dornbirner Spital.

Rund 30 Vorarlberger Familien machen gegen die Verlegung der Behandlung mobil. Sie wollen den Fortbestand der Kinderkrebs-Station in Dornbirn erreichen. Es gehe darum, den betroffenen Kindern und Eltern in Vorarlberg weiterhin eine schnelle und nahe Behandlung zu ermöglichen, sagt Julia Hämmerle, die Mutter eines krebskranken Kindes.

Primarärztin verteidigt Verlegung

Nach Darstellung der Primarärztin der Kinderstation am Stadtspital in Dornbirn, Edda Haberland, ist die Verlegung der Chemotherapie für krebskranke Kinder nach Innsbruck medizinisch notwendig. Gerade bei Kindern gebe es oft sehr seltene Krebserkrankungen, die nur in größeren medizinischen Zentren optimal behandelt werden könnten. Nur dort sei die medizinische Expertise rund um die Uhr gewährleistet.

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Claudia Moosbrugger (Mutter eines krebskranken Kindes) und Edda Haberlandt (Primaria am Krankenhaus Dornbirn) nehmen zur Verlegung der Kinderkrebsstation Stellung.

Sollten Chemotherapien und andere Behandlungsformen nur noch in Innsbruck angeboten werden, wäre das eine extreme Belastung für die betroffenen Familien, ist Hämmerle überzeugt. Außerdem verfüge das Dornbirner Spital über ein eingespieltes Team und es gebe zusätzliche Entlastung durch die Mobile Kinderkrankenpflege. Diese führt beispielsweise Blutabnahmen und Verbandswechsel bei den Familien zu Hause durch. Am Freitag soll es laut Hämmerle ein klärendes Gespräch mit Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) geben.

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