Heftige Reaktionen auf „Herdprämie“

Die Schwarzenberger „Herdprämie“ erregt die Gemüter: Auch im Netz wird heftig über die Maßnahme diskutiert. Die Bregenzerwälder Gemeinde bezahlt Familien, die keine Kinderbetreuung in Anspruch nehmen, eine Prämie von jährlich 300 Euro pro Kind.

In der Fernsehsendung „Vorarlberg heute“, wurden die Zuschauer gefragt: „Finden Sie es gut, dass Frauen eine Sonderzahlung erhalten, wenn sie ihr Kleinkind nicht in eine Betreuungseinrichtung schicken?“ Die Ted-Umfrage war eindeutig: 86 Prozent der 6.621 Anrufer sind für eine Sonderzahlung, und nur 14 Prozent dagegen.

Heftige Reaktionen auf „Herdprämie“

Die Schwarzenberger „Herdprämie“ erregt die Gemüter: Auch im Netz wird heftig über die Maßnahme diskutiert. Die Gemeinde bezahlt Müttern, die zu Hause bleiben, eine Prämie von jährlich 300 Euro pro Kind.

Auch die User in den sozialen Medien lässt das Thema nicht kalt. Die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg hält die Prämie für schlicht „unfassbar“.

„Ein weiteres Mittel um Frauen länger vom Arbeitsmarkt fernzuhalten“, schreibt eine Nutzerin.

„Schwarzenberg - was geht mir dir?“, will eine andere wissen.

Gleich die „Schnapsidee des Jahres“ will ein dritter erkannt haben.

Wenig Freude mit der „Herdprämie“ hat naturgemäß das Mädchenzentrum „Amazone“.

Johannes Kopf vom AMS meint, dass angesichts der sogenannten „Herdprämie“ auch Geld für die Pensionen übrig sein müsste.

Auch weniger kritische Stimmen melden sich zu Wort.

Unterstützung für die Gemeinde Schwarzenberg gibt es natürlich auch.

Manche Nutzer vermuten auch größere Mächte am Werk.

„Nicht wirklich klug“, urteilt dieser Nutzer - die Wirkung werde aber überschätzt.

NEOS-Nationalratsabgeordneter Gerald Loacker antwortete prompt.

Seine Parteikollegin Claudia Gamon will in der Prämie gar nichts Besonderes erkannt haben.

Man kann die Angelegenheit aber auch mit Humor sehen.

Und auch die Medien bekommen ihr Fett weg.

Schwarzenberg belohnt Mütter mit „Herdprämie“

Die Gemeinde Schwarzenberg im Bregenzerwald bezahlt Familien, die keine Kinderbetreuung in Anspruch nehmen, eine Prämie von jährlich 300 Euro pro Kind. Diese spöttisch als „Herdprämie“ bezeichnete Förderung ist umstritten - mehr dazu in Schwarzenberg belohnt Mütter mit „Herdprämie“ (vorarlberg.ORF.at, 27.2.2018).

Aufregung um „Herdprämie“

Eine 300-Euro-Förderung für Familien, die keine Kinderbetreuung in Anspruch nehmen, sorgt derzeit für Gesprächsstoff in Schwarzenberg.

Politischer Schlagabtausch

Die Prämie solle eine „Anerkennung“ sein, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme von Bürgermeister Markus Flatz. Man wolle „nicht das eine gegen das andere“ Kinderbetreuungsmodell ausspielen. Die zuständige Landesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) ist vom Vorgehen der Gemeinde Schwarzenberg hingegen nicht begeistert. „Es ist so, dass man natürlich damit Frauen ... anhält, keine Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen, die Erziehung selbst zu übernehmen.“

Unterstützung für die Gemeinde kommt von FPÖ-Familiensprecherin Cornelia Michalke und FPÖ-Frauensprecherin Nicole Hosp. „Eine Wahlfreiheit nur ausgerichtet auf außerhäusliche Berufstätigkeit ist keine wirkliche Wahlfreiheit“, so Hosp in einer Aussendung. Jakob Franz Greber, zwischen 1985 und 2004 Bürgermeister der Gemeinde Schwarzenberg, übt Kritik an den Kritikern: „Diese Entscheidung der Eltern als ‚Herdprämie‘ zu bezeichnen, ist abwegig und eine bewusste Diffamierung.“

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