Wer von der Steuersenkung im Tourismus profitiert

Die Bundesregierung will Tourismusbetriebe steuerlich entlasten. Die Umsatzsteuer für Nächtigungen soll von 13 auf zehn Prozent gesenkt werden. Die Wirtschaftskammer begrüßt diese Entlastung, der Gast werde die geplante Senkung aber kaum spüren.

Die für Tourismus zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) will am Mittwoch im Ministerrat einen Gesetzesentwurf einbringen, um die Umsatzsteuer für Nächtigungen von 13 auf zehn Prozent zu senken. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Steuersatz bei sieben Prozent, in der Schweiz bei 3,7 Prozent. Von der Steuerentlastung würden rund 4.700 Vorarlberger Quartiergeber profitieren. Das entsprechende Gesetz soll am 1. November in Kraft treten.

Arbeitgeber im Tourismus ausgezeichnet

Die neun besten Arbeitgeber im Tourismus haben am Dienstag die Auszeichnung „Great Place to Work“ erhalten.

Wirtschaftskammer begrüßt Steuersenkung

In der Wirtschaftskammer Vorarlberg stößt der Entwurf auf Zustimmung - ob die Steuersenkung aber beim Hotelgast ankommt, bezweifelt der Spartengeschäftsführer für Hotellerie, Harald Furtner. Die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre vor allem bei den Löhnen seien deutlich höher gewesen als diese drei Prozent, so Furtner. Aber vielleicht würden künftige Preissteigerungen dadurch etwas abgefedert.

Auch Elmar Herburger, Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer, begrüßt den Schritt: "Die Umsetzung der Mehrwertsteuersenkung ist ein wichtiger Schritt für die Tourismuswirtschaft, um international wettbewerbsfähig zu sein.“

Rückendeckung von ÖVP/FPÖ, Skepsis bei ÖGB

Laut ÖVP-Wirtschaftssprecherin Monika Vonier setzt die Bundesregierung mit der Steuersenkung ein Wahlversprechen um. Damit werde eine für Vorarlberg wichtige Branche steuerlich deutlich entlastet: „Im Wettbewerb mit anderen Destinationen gewinnen wir damit wieder an Konkurrenzfähigkeit.“ Auch FPÖ-Tourismussprecher Hubert Kinz erkennt in der Entscheidung ein klares Bekenntnis zur Tourismuswirtschaft.

ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker verlangte in einer Aussendung am Dienstag, dass die Steuersenkung „umgehend in bessere Rahmenbedingungen für die MitarbeiterInnen investiert werden“. Das sei angesichts des Mangels an Saisonkräften wichtig. Die Hoteliers würden sich aber wohl eher über die höheren Einnahmen durch das „Wahlzuckerl“ der Bundesregierung freuen.

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