Lindau will weitere Ferienwohnungen verbieten

Nicht nur in Vorarlberg sondern auch in Lindau sind Wohnungen Mangelware. Zu viele Ferienwohnungen auf der Insel verschärfen die Lage zusätzlich. Aufgrund der Wohnungsnot will die Stadt nun weitere Ferienwohnungen verbieten.

Die Altstadt auf der Insel wirkt mancherorts wie ausgestorben. Die Stadtplaner befürchten, dass sie das auch bald sein wird, wenn nicht endlich gehandelt werde. Grund ist, immer mehr Wohnraum geht durch Ferienwohnungen verloren, sagt Jürgen Widmer, der Pressereferent der Stadt Lindau. Familien, ältere Menschen - Mittelschichtverdiener - würden in Lindau keinen angemessenen und vor allem auch bezahlbaren Wohnraum mehr finden. Widmer befürchtet, dass es auch in Lindau bald zu einer Preisexplosion kommen wird, wie in Großstädten oder rund um den Bodensee.

Ferienwohnungen Lindau

Nicht nur in Vorarlberg gibt es Bedarf an Wohnraum. Auch in der benachbarten deutschen Stadt Lindau ist das so.

Viele Touristen aber keine Lindauer

In Lindaus Altstadt gibt es mittlerweile 61 Gebäude in denen Ferienwohnungen angeboten werden, oft sind es ganze Häuser oder Straßenzüge, in denen zwar Touristen wohnen, aber keine Lindauer mehr. Das sei vor allem in der Nebensaison zu spüren, sagt Widmer. Während die Kaufkraft im Sommer sehr hoch sei, fehle diese im Winter oder in den Nebensaisonen. Zudem würden die Kinder fehlen, das heißt, Schulen und Kindergärten müssten in weiterer Folge geschlossen werden. Vereine haben laut Widmer Nachwuchssorgen und das kulturelle Leben leide darunter.

Problem: Ferienwohnungen gelten als Gewerbe

Auch das Ansiedeln von neuen Geschäften wird durch die vielen Ferienwohnungen schwieriger. Lindaus Altstadt ist eigentlich als Mischgebiet ausgewiesen: Der Mix aus Wohnen, Gewerbe und Handel sollte ausgeglichen sein. Die Ferienwohnungen gelten aber als Gewerbe und das hat Folgen, sagt Widmer. Sobald die Gewerbequote erfüllt sei, können keine Schuster, Maler oder Kaffees mehr ansiedeln. Deshalb müsse man darauf achten, dass die Balance zwischen Wohnen, Gewerbe und Handel weiterhin stimme.

Dieses Gleichgewicht will der Stadtrat, der Mittwochabend tagt, wiederherstellen. Möglicherweise soll ein Stopp für weitere Ferienwohnungen in der Inselstadt für eine neue Aufbruchstimmung sorgen.

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