Zwist bei Zumtobel: Experte mahnt zur Ruhe

Kapitalmarktexperte Wilhelm Rasinger übt Kritik an den jüngsten Turbulenzen beim Leuchtenhersteller Zumtobel. Der Präsident des Interessenverbands für Anleger in Wien sagt, die Zumtobel-Gruppe müsse wieder zur Ruhe kommen.

Anfang der Woche signalisierte der Zumtobel-Aufsichtsrat dem Vorstandsvorsitzenden Ulrich Schumacher öffentlich, dass er sich aus seiner Position zurückziehen möge. Am Donnerstag folgte dann - wieder öffentlich - die Information, dass die Trennungsgespräche mit Schumacher bereits laufen - mehr dazu in Zumtobel dürfte sich von Schumacher trennen.

„Nicht jeden Schritt nach außen kommunizieren“

Für Rasinger ist das Tauziehen an der Spitze der Zumtobel-Gruppe zwar erklärbar, in dieser Form aber unüblich und unnötig. Wenn Änderungen anstehen würden, sei das Unternehmen nicht verpflichtet, jeden einzelnen Schritt nach außen hin zu kommunizieren. „Gerade Vorstandsfragen sollten im kleinen Kreis vorbereitet und umgesetzt werden“, so Rasinger.

Anlass für die aktuellen Diskussionen um Schumacher seien natürlich die schlechten wirtschaftlichen Ergebnisse, sagt der Kapitalmarktexperte. Schumacher habe als Sanierer nicht das gebracht, was man sich von ihm erwartet habe.

Kritik an Mehrheitseigentümern

Gescheitert sei aber auch das Experiment mit der Person Schumacher, der sehr eigenwillig agiere, sagt Rasinger. Ihm sei auf der anderen Seite eine konfliktträchtige Zusammensetzung des Aufsichtsrates mit Jürg und Fritz Zumtobel gegenübergestanden. „Ich finde, dass es immer sehr schwierig ist, wenn Leute aus der operativen Ebene eine Aufsichtsratsfunktion wahrnehmen. Dazu kommt auch noch, dass die Aufsichtsräte Mehrheitseigentümer sind“, sagt Rasinger.

Der Experte betont, dass Zumtobel grundsätzlich ein wichtiges Unternehmen sei, mit viel Know-how und guten Mitarbeitern. Damit das so bleibe, müsse aber rasch und mit Hilfe von externen Experten wieder für Ruhe gesorgt werden.

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