Arno Geiger und die Frage der Gewalt

Diese Woche erscheint mit „Unter der Drachenwand“ der neue Gesellschaftsroman des Vorarlberger Autors Arno Geiger. Das Werk kreist um die Frage, wie Gewalt das Leben des Einzelnen verändern kann.

Wie verändert Gewalt den einzelnen Menschen? Was geschieht, wenn eine Gesellschaft ihre Zivilisiertheit aufgibt und immer weiter verroht? Um diese Fragen kreist Arno Geigers neuer Roman. Dass er am Mondsee spielt, hat mit einem Berg dort, nämlich der „Drachenwand“ zu tun. „Also es hat auch etwas Sinnbildhaftes, dass wir alle unter der Drachenwand leben“, sagt der Autor.

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Neuer Roman von Arno Geiger

Der Wolfurter Autor Arno Geiger legt mit „Unter der Drachenwand“ seinen neuen Roman vor.

Unter der Drachenwand lebt der 23-jährige Veit Kolbe. Er ist im Winter 1943 von der russischen Front zurückgekehrt, körperlich schwer und seelisch noch schwerer verletzt. „Fünftes, sechstes Kriegsjahr, alles ist Masse“, beschreibt Geiger die Zeit. „Und ich glaube, das Private im Menschen und das Bedürfnis nach Schönheit, das Bedürfnis nach Natürlichkeit, das ist unzerstörbar. Das ist ein großes Thema in der Literatur.“

Ausgezeichneter Autor

Das Gewächshaus des Brasilien-Heimkehrers Robert Perttes ist der Wärmepol der Geschichte. Hier blühen nicht nur Orchideen, hier lebt auch einer, der sich der Diktatur verweigert. „Der fühlt sich keiner Gruppe zugehörig“, sagt Geiger. Perttes sei der, der „so aus dem völlig natürlichen Gestus sagt: ‚Veit, du musst halt selber denken.‘“ Im Gewächshaus des Brasilianers erblüht die Liebe zwischen Veit und Margot.

Für seinen Schlüsselroman „Es geht uns gut“ ist Arno Geiger 2005 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden. Seither gilt der Wolfurter als einer der wichtigsten Gegenwartsautoren. „Unter der Drachenwand“ ist im Hanser Verlag erschienen.

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