Opfer bekommen nach Amoklauf kein Geld

Die Opfer des Amoklaufs von Nenzing werden aus dem Nachlass des Täters kein Geld erhalten. Wie die „Vorarlberger Nachrichten“ berichten, war der 27-jährige Amokschütze mit knapp 422.000 Euro überschuldet. Nach Angaben des Vaters entstanden die Schulden wegen der Forderungen.

Der Amokschütze hinterließ zwei minderjährige Kinder und hatte keinen Besitz. Die Schulden in Höhe von 422.000 Euro seien nach dem Tod des 27-Jährigen durch Forderungen der Opfer und Hinterbliebenen entstanden, betonte der Vater des Amokläufers gegenüber dem ORF.

An die Opfer und deren Hinterbliebene ist kein Geld als Ersatz für Todesfallkosten und auch kein Trauerschmerzengeld ausbezahlt worden. Der Verein Weißer Ring hat die Opfer des Amoklaufs in Nenzing vom Mai 2016 unterstützt. Damals wurden zwei Menschen getötet und zwölf verletzt.

Ziellos in Menge geschossen

Die Meldung schockierte Vorarlberg und sorgte auch international für Schlagzeilen: In der Nacht auf den 22. Mai 2016 geriet ein 27-Jähriger auf dem Fest eines Motorradclubs in Nenzing in Streit mit seiner Freundin.

Amoklauf in Nenzing
Dietmar Mathis
Der Täter schoss auf einem Fest ziellos in die Menschenmenge

Der Mann fuhr laut den polizeilichen Ermittlungen nach Hause und besorgte sich zwei nachgebaute Kalaschnikows. Einige Stunden später kehrte er zum Fest zurück, es folgte eine weitere Auseinandersetzung.

Amokläufer tötete sich selbst

Der 27-Jährige ging zum Auto, holte die Gewehre und begann, ziellos in die Menge zu schießen. Ein 48-jähriger Mann aus Nenzing und ein 33-jähriger Lustenauer verloren ihr Leben, zwölf weitere Menschen wurden verletzt.

Mehrere Mitglieder des Motorradclubs The Lords gingen schließlich auf den Mann zu und suchten das Gespräch. Schließlich tötete sich der achtfach Vorbestrafte mit einem Schuss in den Mund selbst. Es wurde niemals geklärt, woher die Waffen stammten. Die Ermittlungen wurden inzwischen abgeschlossen.

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