Zumtobel: Aufsichtsräte legen Funktionen zurück

Beim Leuchtenhersteller Zumtobel haben zwei Aufsichtsräte ihren Rücktritt angekündigt. Aufsichtsratsvorsitzender Jürg Zumtobel will mit einem neuen Vorstandsmitglied für Beruhigung sorgen, wie er im ORF Vorarlberg-Interview bekannt gibt.

Am Donnerstagabend haben die beiden Aufsichtsräte Stephan Hutter und Hans Peter Metzler ihren Rücktritt per 31. Jänner 2018 bekanntgegeben. ORF Vorarlberg hat versucht, die beiden Herren und die Unternehmensführung zu den Gründen zu befragen, aber alle Seiten schweigen.

Konflikte auf höchster Ebene?

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass es im Unternehmen schon seit Monaten Konflikte auf höchster Ebene geben soll. Dabei handle es sich offenbar um große Differenzen zwischen dem Management und Teilen des Aufsichtsrates.

Der Gründerfamilie Zumtobel werde vorgeworfen, im Aufsichtsrat wie Alleineigentümer zu agieren, obwohl der Aufsichtsratsvorsitzende Jürg Zumtobel und sein Bruder Fritz nur gut ein Drittel der Aktienanteile halten. Schon vor einem Monat hätten 20 Führungskräfte in einem Schreiben die Zustände im Unternehmen angeprangert und korrektes Wirtschaften eingefordert.

Zumtobel kündigt neue Ressourcenaufteilung an

Aufsichtsratsvorsitzender Zumtobel ist um Beruhigung bemüht. Diese soll unter anderem durch eine Entlastung von Vorstandschef Ulrich Schumacher eintreten.

Beim Leuchtenhersteller Zumtobel haben zwei Aufsichtsräte ihren Rücktritt angekündigt. Aufsichtsratsvorsitzender Jürg Zumtobel will mit einem neuen Vorstandsmitglied für Beruhigung sorgen.

„Bereits im Frühjahr dieses Jahres haben wir festgestellt, dass der Herr Schumacher eine zu breite Palette von direkt zu reportierenden Personen hat“, sagte Zumtobel im ORF Vorarlberg-Interview. Aus diesem Grund werde es ab Februar 2018 einen vierten Vorstand und eine neue Ressourcenaufteilung geben. Mit dieser Maßnahme wolle man die Situation beruhigen.

Zumtobel-Gewinn bricht um 72,2 Prozent ein

Dem börsennotierten Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel sind im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2017/2018 die Gewinne dahingeschmolzen. Der Gewinn brach um 72,2 Prozent ein.

Das operative Betriebsergebnis (Ebit) sank um 63,6 Prozent auf 16,1 Mio. Euro, der Periodengewinn fiel um 72,2 Prozent auf 7,7 Mio. Euro. Beim Umsatz wurde ein Rückgang von 6,4 Prozent auf 624,4 Mio. Euro verbucht - mehr dazu in Zumtobel-Gewinn bricht ein.

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