Land zeichnet vier Künstler aus

Bei einem Festakt im Montforthaus sind am Montag vier Künstler mit den sogenannten „Ehrengaben“ und „Fördergaben“ des Landes ausgezeichnet worden. Die Auszeichnungen werden einmal jährlich vergeben.

Mit den Auszeichnungen werden einerseits langjährige künstlerische Qualität gewürdigt als auch Anreize für junge Talente geschaffen. Die Regisseurin Barbara Herold und der Bratschist Andreas Ticozzi erhielten die mit je 5.000 Euro dotierten Ehrengaben für Kunst des Landes Vorarlberg 2017. Fördergaben im Wert von je 2.500 Euro gingen an die Jazzsängerin Filippa Gojo und an den Autor Max Lang.

Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer Kunstkommission vorgeschlagen. Barbara Herold, Jahrgang 1962, inszenierte als freischaffende Regisseurin und Dramaturgin seit 1991 mehr als 45 Aufführungen, unter anderem am Vorarlberger Landestheater, am Münchner Volkstheater, am Tiroler Landestheater und an den Theatern Regensburg, Ingolstadt und Dortmund.

Seit 1999 lebt Herold in Bregenz, erarbeitet Projekte in der freien Theaterszene, zum Beispiel bei „walk-tanztheater“ und am KosmosTheater Wien. Zuletzt war Barbara Herold vermehrt als Autorin tätig. Ihr erstes eigenes Theaterstück „COVERGIRL“, eine Auseinandersetzung mit dem Irak-Krieg, wurde 2008 auf der Probebühne des Vorarlberger Landestheaters uraufgeführt.

Andreas Ticozzi (Jahrgang 1963) studierte Violine an der Würzburger Musikhochschule und setzte sein Studium der Viola in Hannover fort. In den 1990er Jahren fand er seine musikalische Heimat in Vorarlberg. Ticozzi ist seit 1992 Mitglied des Symphonieorchesters Vorarlberg. 1997 gründete der Bratschist das ensemble plus, das sich der zeitgenössischen Musik und neuen Konzertformen widmet. In den letzten 20 Jahren vergab die Formation zahlreiche Kompositionsaufträge. Es gab über 50 Uraufführungen. Formate wie das kultursoziale Projekt „Musik am Nachmittag“, „Konzerte im Museum“ oder die Reihe „Musik im Gespräch“ belegen die innovative Konzerttätigkeit.

Filippa Gojo (Jahrgang 1988) wurde früh durch die Gesangs- und Klavierlehrer der Musikschule Bregenz gefördert. Als Schülerin gewann sie den Bundeswettbewerb prima la musica, mit 15 Jahren stand die heute in Köln lebende Sängerin bereits auf den Jazzbühnen der Region. Gojo studierte Jazzgesang an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln, wo sie ihr Masterstudium abschloss. 2014 erhielt sie das Horst und Gretl Will-Stipendium der Stadt Köln für Jazz und improvisierte Musik. 2015 konnte sie mit ihrem „Filippa Gojo Quartett“ den Ersten Platz beim Neuen Deutschen Jazzpreis sowie den Solistenpreis erringen. Seit 2016 ist sie Dozentin für Jazz- und Popgesang an der Hochschule für Musik in Freiburg.

Maximilian Lang (Jahrgang 1986) schreibt Theaterstücke und Prosa. Er studierte Vergleichende Literaturwissenschaften in Wien. 2003 veröffentlichte er mit „Olga“ seine erste Kurzgeschichte in der Literaturzeitschrift des Vorarlberger Autorenverbandes. 2012 wurde Lang mit dem Dramatikerstipendium der Stadt Wien für sein Stück „Das Reich der Mitte“ ausgezeichnet, das im darauffolgenden Jahr in Bregenz uraufgeführt wurde. „Die Sprache der Enkel“ war einer von vier Siegertexten beim zehnten Marburger Kurzdramenwettbewerb 2013. Im August 2017 gewann er mit „Last Exit: Hunnenland“ den Hauptpreis des Autorenwettbewerbs der Nibelungen-Festspiele. Das Stück, für die Jury ein „High Noon mit einer Kriemhild, bei der zwölf Uhr mittags schon längst vorbei ist“, wird 2018 in Worms uraufgeführt.

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