Fahrradhersteller Simplon baut Stammsitz aus

E-Bikes und hochwertige Räder führen bei dem Harder Fahrradhersteller Simplon zu einem Umsatzplus von 14 Prozent. Nun werden die Montage- und Büroflächen um rund eine Million Euro erweitert.

Der Fahrradhersteller Simplon erweitert seinen Stammsitz in Hard. Wie der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Vollbach gegenüber der Wirtschaftspresseagentur erklärte, werde gegenwärtig ein Teil der bestehenden Produktions-, Montage- und Lagerhalle neu gebaut und dabei um ein Obergeschoss erweitert. Dadurch erhalte das Unternehmen rund 300 Quadratmeter mehr Nutzfläche. Dort sollen nicht nur neue Montagearbeitsplätze, sondern auch zusätzliche Büroflächen für verschiedene Abteilungen entstehen.

Rund eine Million Euro wird investiert

Im Zuge dessen gebe es einen neuen Meetingraum sowie eine Erweiterung des Showrooms und des Testcenters, der mittlerweile zu klein geraten sei. Neben einer internen Umorganisation der übrigen Flächen sollen zudem noch 16 Parkplätze im Außenbereich entstehen. Das gesamte Investitionsvolumen für das bis März 2018 abgeschlossene Erweiterungsprojekt beziffert Vollbach mit beinahe einer Million Euro.

60 Prozent E-Bikes verkauft

Im Geschäftsjahr 2016/17 erzielte Simplon nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 24,5 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um ein Plus von etwa 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Ertragssituation werde wie in den Vorjahren „deutlich positiv“ ausfallen, so Vollbach. Interessant dabei sei allerdings, dass Simplon im Vergleich zu den Vorjahren nicht unbedingt mehr Fahrräder verkauft habe. Man pendle immer so bei rund 11.000 Stück pro Jahr. Vor allem die Nachfrage an höherpreisigen sowie nach E-Bikes habe stark zugenomme.

Simplon mache mittlerweile rund 60 Prozent des Umsatzes mit durch E-Motoren unterstützten Rädern. Der Trend ziehe sich beinahe durch alle Fahrradtypen. Lediglich unter den Rennrad-Fahrern seien noch viele Puristen unterwegs, bei denen jedes Gramm zähle. Allerdings werde der E-Bike-Trend auch in diesem Bereich über früher oder später Einzug halten.

Herausforderung für Montage und Supply-Chain

Der immer höher werdende Anteil von E-Bikes stelle auch das Supply-Chain-Management und die Montageabteilung vor immer anspruchsvollere Aufgaben. Allein die E-Motoren würden von drei verschiedenen Lieferanten kommen. So dauere die Montage eines E-Bikes beinahe doppelt so lange wie die eines herkömmlichen Fahrrades. Es müssten nicht nur deutlich mehr Teile verbaut werden, sondern auch die elektronischen Bauteile aufeinander abgestimmt werden. Durch deutlich effizientere Abläufe, die man gegenwärtig unter die Lupe nehme, sei durch interne Reorganisationen theoretisch in Zukunft die Montage von bis zu 20.000 Fahrrädern pro Jahr möglich.

DACH-Region als wichtigster Markt

Simplon kommt auf einen Exportanteil von 70 Prozent, wobei Deutschland der wichtigste Auslandsmarkt sei. Danach kommen Österreich und die Schweiz. Jetzt habe man auch einen Fachberater für die französisch-sprachige Schweiz an Bord geholt. Darüber hinaus habe Simplon im Vorjahr mit der Bearbeitung des englischen Marktes begonnen. Dort zähle man mittlerweile zwölf Vertragshändler. Denkbar sei hier eine Ausweitung des Tätigkeitsgebietes auf Irland und Schottland. Wesentlich konkreter seien unterdessen die Pläne für eine Expansion in die skandinavischen Länder. „Gerade in Dänemark und Norwegen gibt es einen guten Markt für hochwertige Räder.“

Geschäftsführer der Gründer-Familie scheiden aus

SIMPLON beschäftigt gegenwärtig in der Firmengruppe rund 70 Mitarbeiter, wobei der Löwenanteil davon in Hard arbeitet. Das Unternehmen gehört seit 2014 zu mehr als 50 Prozent der Hannover Finanz Gruppe aus Deutschland. Die übrigen Anteile halten fast zur Gänze Heinz, Christian und Andreas Hämmerle von der Gründerfamilie Hämmerle. Weitere fünf Prozent der Anteile entfallen auf Geschäftsführer Stefan Vollbach.

Eine Veränderung gibt es unterdessen auf Geschäftsführer-Ebene. So werde nach Andreas Hämmerle im Sommer 2015 nunmehr auch Christian Hämmerle aus persönlichen Gründen als Geschäftsführer der operativ tätigen Fahrrad GmbH ausscheiden. Alleiniger Geschäftsführer bleibt dann Stefan Vollbach. Allerdings wurde zu seiner Unterstützung nunmehr Markus Geiger zum Prokuristen bestellt. Die Familie Hämmerle bleibt jedoch sowohl im Beirat als auch in der Holdinggesellschaft als Miteigentümer weiterhin vertreten.

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