Wintertourismus: Noch 1.000 Stellen unbesetzt

Dezember ist es, geschneit hat es, kalt ist es - eigentlich kann die Wintersaison losgehen. Allerdings fehlt es in Gastronomie und Hotellerie in Vorarlberg massiv an Personal. Allein 1.000 Küchen- und Servicemitarbeiter werden dringend gesucht. Eine Lösung: Das Angebot wird eingeschränkt.

Wie überall im Land reicht auch im Montafon das Personal nicht annähernd aus. Vor allem im Bereich Küche und Service seien die meisten Betriebe unterbesetzt, sagt Manuel Bitschnau vom Montafon Tourismus. Fast jeder Betrieb starte unterbesetzt in die Wintersaison. Das sei eine enorme Mehrbelastung für die Mitarbeiter, schließlich werde auch mal jemand während der Saison krank oder falle aus. „Das führt natürlich auch dazu, dass bestehendes, gutes Personal auch an die Grenzen kommt und zum Teil auch überfordert ist“, so Bitschnau.

Öffnungszeiten werden teilweise eingeschränkt

Was aber tun, wenn das Personal nicht ausreicht? Markus Roiderer vom Wartherhof muss selbst noch keine Einschränkungen machen. Aber Kollegen schon, wie er sagt - zum Beispiel werde in manchen Betrieben die À la carte-Küche gestrichen, weil das personell zu aufwendig sei. Andere Betriebe schränken die Öffnungszeiten ein.

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Lokalaugenschein im Bregenzerwald

Im Interview: Isolde Steurer (Geschäftsführerin Almhotel), Rene Madlener(Hotel Hohes Licht), Peter Fetz (Hotel Hirschen, Schwarzenberg).

Absolventen von Kochkursen werden angeworben

Dass die fehlenden Mitarbeiter in den nächsten Wochen in Österreich oder auch im Ausland gefunden werden, glaubt niemand. Das AMS hilft, wo es kann, sagt der Vorarlberger AMS-Chef Bernhard Bereuter. Durch Jobbörsen in Österreich und in der EU habe man über 100 Personen nach Vorarlberg geholt. Zudem gebe es in Wien einen Kochkurs und einen Servierkurs. „Die Personen, die dort qualifiziert werden, werden wir auch in die Wintertourismusgebiete nach Vorarlberg vermitteln“, sagt Bereuter.

200 Saisonarbeitskräfte sind bewilligt

Derzeit werden nur 200 Saisonarbeitskräfte aus dem Nicht-EU-Ausland für Vorarlberg bewilligt. 150 Stellen könnten über Jobbörsen besetzt werden - aber mit heutigem Stand fehlen immer noch 1.000 Mitarbeiter.

Die Politik müsse endlich handeln, fordert Elmar Herburger, Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer. Es sei zu hoffen, dass die neue Regierung auch wirtschaftlich denke und die Saisonniersregelung ändere.

Dann bekomme die Tourismusbranche Möglichkeiten, ihre Umsätze zu stärken - und dann wiederum auch Möglichkeiten, zu investieren und dem heimischen Handwerk Arbeit zu geben. „Es ist eigentlich paradox, dass man nicht die Möglichkeit schafft, dass diese Leute kommen und damit zum Erfolg der Betriebe und des Landes beitragen“, kritisiert Herburger.

Werbung X