Neues Siebenpunkteprogramm gegen Tierquälerei

Nach dem neuerlichen Vorwurf der Tierquälerei durch Tierhändler hat Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP) ein Siebenpunkteprogramm vorgelegt - mit dem Ziel: so viele Kälber wie möglich in Vorarlberg zu mästen, schlachten und vermarkten.

Im Kontrollausschuss des Vorarlberger Landtages am Mittwoch haben Landesrat Schwärzler (ÖVP) und Landesveterinär Norbert Greber über die Sofortmaßnahmen betreffend Kälbervermarktung und Kälbertransporte berichtet. Um den aktuellen Vorwürfen konsequent nachgehen zu können, hat die Veterinärabteilung im Amt der Landesregierung umgehend Anzeige an die zuständigen Tierschutzbehörden erstattet.

„Im Tierschutz kann und darf es keine Toleranz geben, insbesondere wenn es um die Kälberhaltung geht“, so Landesrat Schwärzler. Dort, wo Gesetzesübertretungen vorliegen, werden die Behörden konsequent vorgehen und erforderlichenfalls Strafverfahren durchführen.

Schwärzler nimmt Stellung zu aktuellen Zahlen

In Vorarlberg werden laut Schwärzler jährlich rund 23.000 Kälber geboren, wovon etwa 11.500 männlich sind. Rund 4.100 Kälber, davon sind ca. 3.400 Stierkälber, werden im Rahmen des innergemeinschaftlichen Viehverkehrs exportiert. In Vorarlberg gemästet und geschlachtet werden rund 7.500 Kälber jährlich, der Großteil davon sind Stierkälber. Die Vermarktung von Kälbern im Wege des Ab-Hof-Verkaufes bzw. über Händler in andere Bundesländer ist derzeit laut Schwärzler nicht bekannt.

Strategie für die Zukunft

Ein Punkt in dem Siebenpunkteprogramm ist der Ausbau der Kälbervermarktung unter Anwesenheit eines Tierarztes in der Vermarktungsanlage Dornbirn. Außerdem soll es Weiterbildungsveranstaltungen für Tiertransporteure geben. Schwärzler betont unter anderem auch, dass Aufwendungen für das Tierwohl im Marktpreis berücksichtigt werden müssen. Im Kontrollausschuss des Landtages wurde zudem angeregt, dass über eine verstärkte Konsumenteninformation mit dem Hinweis auf Gesundheitsaspekte und den Tierschutz die Nachfrage nach heimischem Kalbfleisch erhöht werden soll.

Verein gegen Tierfabriken deckt Skandal auf

Weil Kälber beim Umladen und Transport in andere Länder misshandelt werden, hat der Verein gegen Tierfabriken (VGT) Anzeige gegen mehrere Vorarlberger Viehhändler und Tiertransportfahrer erstattet. Ein Betreiber wehrt sich gegen die Vorwürfe - mehr dazu in: Kälbertransport: VGT hat Viehhändler angezeigt.

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