Bildungsforum: Digitalisierung wird wichtiger

Die Sehnsucht nach den „perfekten Schülern“ - unter diesem Titel stand am Dienstag das 3. Vorarlberger Bildungsforum im Bregenzer Festspielhaus. Damit will die Wirtschaftskammer Impulse für ein besseres Bildungssystem liefern.

Viele Kinder und Jugendliche können die Anforderungen des Schulalltages nicht mehr erfüllen, sagt Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater aus Bonn. Das sei eine dramatische Entwicklung, die bereits in der Grundschule zu sehen sei. Viele Kinder können sich nicht mehr konzentrieren oder mit ihren Aggressionen umgehen, sagt Winterhoff. Die Ursache sei die Digitalisierung. So sei die Gesellschaft davon überrollt worden, und könne immer noch nicht angemessen damit umgehen.

Soziale Aspekte fehlen im Bildungssystem

Doch die Digitalisieruung verändert auch die Arbeitswelt ständig und eine erfolgreiche Bildung der Zukunft wird sich mehr danach ausrichten müssen, erläutert der Schriftsteller Gunter Dueck beim Bildungsforum im Bregenzer Festspielhaus. Künftig werden Computer einfache Tätigkeiten übernehmen und die Menschen müssen nur mehr die schwierigen Dinge händeln, wie beispielsweise den eigenen Willen durchsetzen, etwas managen oder über Standpunkte diskutieren und verhandeln. Diese wichtigen sozialen Dinge würden laut Dueck derzeit jedoch im Bildungssystem nicht vorkommen.

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Beim 3. Vorarlberger Bildungsforum im Bregenzer Festspielhaus konnten sich verschiedenste Experten über das derzeitige Bildungssystem austauschen

Gegenseitige Wertschätzung entscheidend

Daher brauchen Schulen unbedingt Visionen, da sind sich die deutsche Schulleiterin Angelika Knies und der Autor und Unternehmensberater Andreas Salcher einig. Laut Knies muss eine gute Schule die Kinder und Jugendlichen dort abholen, wo sie stehen und sich dann selbstständig entwickeln lassen. Dass das funktioniert braucht es laut Salcher einen starken Direktor und Lehrer, die sich stetig weiterbilden und neue Herausforderungen annehmen. Zudem müssen sich Schüler und Lehrer gegenseitig wertschätzen.

Bei diesem Bildungsforum geht es der Wirtschaftskammer nicht um die Frage des Schulsystems. Laut Wirtschaftskammer-Präsident Hans-Peter Metzer geht es um neue pädagogische Konzepte, die entwickelt und in weiterer Folge umgesetzt werden müssen.

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