Pilotprojekt für Prostatavorsorge abgesagt

Der November ist mit der Aktion „Movember“ bekanntlich der Monat, der im Zeichen der Prostatavorsorge steht. Doch bei den Vorarlberger Ärzten gibt es derzeit Grund zum Ärgern. Denn ein geplanter Pilotversuch kommt nicht zustande.

Es herrscht dicke Luft zwischen den Ärzten in Vorarlberg und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger. Still und heimlich sei das Pilotprojekt in der Prostatakrebsvorsorge abgeblasen worden, kritisiert der Obmann der Selbsthilfegruppe Karl Lobak. Konkret geht es darum, die S3-Richtlinien umzusetzen, das heißt, Männer sollen schon mit 45 einen PSA-Bluttest beim Urologen durchführen lassen.

Derzeit werden Männer erst mit 50 darauf aufmerksam gemacht, dass sie zur Vorsorge gehen sollten. Das ist laut Lobak zu spät. Im vergangenen Jahr hat die Vorarlberger Gebietskrankenkasse mehr als 6.000 Bluttests verzeichnet.

Vorarlberger Krebshilfe will nicht aufgeben

Das Veto aus Wien habe aber nicht einmal finanzielle Gründe, sagt der Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse, Manfred Brunner. Im Gegenteil: Die neuen S3-Richtlinien würden sogar Geld sparen, weil Männer nicht jährlich, sondern je nach Risiko in verschiedenen Intervallen zur Vorsorgeuntersuchung kämen.

Der Internist und Präsident der Vorarlberger Krebshilfe, Gebhard Mathis, gibt nicht auf. Wenn Vorarlberg schon nicht sein eigenes Pilotprojekt umsetzen darf, dann sollen die neuen S3-Richtlinien eben gleich österreichweit eingeführt werden. Die Österreichische Krebshilfe soll nun ins Boot geholt werden, um nochmals gemeinsam einen Vorstoß bei dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger wagen zu können.

Zahl an Todesfällen geht zurück

Die Zahl der Prostatakrebstodesfälle in Vorarlberg geht stetig zurück, nicht zuletzt weil internationale Aktionen wie „Movember“ mehr Aufklärung bringen - mehr dazu in: „Movember“: Bart für den guten Zweck.

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