Ehemalige Mülldeponien: 53 Verdachtsfälle

Noch in den 1970er Jahren wurde mit Abfällen in Vorarlberg verhältnismäßig sorglos umgegangen. Umwelt-beeinträchtigungen durch ehemalige Mülldeponien beschäftigen noch heute die Abfallwirtschaftsabteilung des Landes.

Das Umweltbewusstsein hat sich in den letzten Jahrzehnten maßgeblich verändert. Vorbei sind die Zeiten, als noch Autowracks, Kühlschränke oder Altreifen ganz einfach irgendwo in der Natur entsorgt wurden. Insgesamt gibt es in Vorarlberg 53 Verdachtsflächen, aber noch sind nicht alle ehemaligen Mülldeponien oder Verunreinigungen der Böden durch Betriebe erhoben und untersucht worden. Rund 500 Standorte sollen noch auf ihr Gefährdungspotential für Mensch und Umwelt geprüft werden, sagt Grünen-Landesrat Johannes Rauch am Montag in einer Pressekonferenz.

Altlastensanierungsgesetzt braucht Reform

Die Erhebung und Untersuchung von ehemaligen Mülldeponien wird im Altlastensanierungsgesetz aus dem Jahre 1989 geregelt. Und das soll nun einer Novellierung unterzogen werden, weil derzeit nicht klar geregelt sei, wie der Vorgang „Aufsuchen, Bewerten und Sanieren“ stattfinden soll. Das fehle im momentan geltenden Gesetz. Jedoch sei der Bund dafür zuständig, es habe aber bereits Vorstöße in diese Richtung gegeben. Rauch hofft darauf, dass die neue Regierung das Gesetz nachschärft.

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53 Verdachtsfälle
Umweltbeeinträchtigungen durch ehemalige Mülldeponien beschäftigen noch heute die Abfallwirtschaftsabteilung des Landes.

In Vorarlberg sind derzeit fast zweieinhalb tausend Altstandorte erfasst, das sind Betriebsstandorte in denen vermutlich mit umweltgefährdeten Stoffen umgegangen wurde. Dazu kommen noch 165 Altablagerungen von Abfällen. Eine Generation hat den ganzen Müll vergraben, so Rauch, zwei bis drei Generationen brauche es nun um das aufzuarbeiten.

Bisher keine große Skandaldeponie gefunden

Aktuell laufen 28 Untersuchungen von Standorten und die sind Grundlage für die Gefährdungsabschätzung. Zu den derzeit vorhandenen 53 Verdachtsflächen kommen laut Johannes Schweiger von der Landesabteilung Abfallwirtschaft in den nächsten Jahren noch einige dazu, da laufend Erstabschätzungen durchgeführt werden. Die Gefahren für die Gesundheit der Menschen und die Umwelt liegen auf der Hand, sagt Harald Dreher, ebenfalls von der Landesabteilung Abfallwirtschaft. Auf der einen Seite betrifft es das Trinkwasser im Unterland, auf der anderen Seite gebe es die Möglichkeit von Deponiegas. Jedoch müsse man in Vorarlberg zu Gute halten, dass es hier keine große Skandaldeponie gebe.

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