Kälbertransport: VGT hat Viehhändler angezeigt

Der Verein gegen Tierfabriken VGT hat Anzeige gegen mehrere Vorarlberger Viehhändler und Tiertransportfahrer erstattet. Kälber würden beim Umladen und Transport misshandelt werden. Ein Betreiber wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Der VGT hat dem ORF und anderen Medien Videos zukommen lassen. Dabei ist vor allem der Umgang mit männlichen Kälbern zu sehen. Sie sind für die Milchwirtschaft nutzlos und werden zu tausenden jedes Jahr aus ganz Vorarlberg nach Schwarzach gebracht und von dort in Mastanlagen nach Polen, Italien oder Spanien transportiert.

Bei der Verladung würden die Kälber an Schwänzen und Ohren gezerrt und hochgehoben, sagt Tobias Giesinger vom VGT im ORF Vorarlberg-Interview. Sie würden auch von Anhängern gestoßen und getreten. „Die Kälber werden routinemäßig brutal behandelt, weil sie für die Milchwirtschaft nutzlos sind“, so Giesinger.

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Bilder vom VGT von den Transporten

Im Beitrag von ORF-Redakteur Gernot Hämmerle zu sehen sind Tobias Giesinger vom VGT und Thomas Jutz von der Landwirtschaftskammer.

148 Anzeigepunkte

Der VGT hat laut Giesinger insgesamt 148 Anzeigepunkte gegen den Sammelstellenbetreiber, Tiertransportfahrer und Viehhändler an die Behörden übergeben. Auch die Verwendung von nicht rutschfesten Rampen, auf denen die Tiere stürzen würden, oder der Transport von Kälbern in einem Kleinbus seien zur Anzeige gebracht worden.

Die Kälber würden während des ganzen Transportes Hunger und Durst leiden, so Giesinger. Sie seien zwischen zwei und acht Wochen alt und noch von der Muttermilch abhängig.

Betreiber: „Ich habe nichts zu verbergen“

Der Betreiber der Sammelstelle in Schwarzach wollte vor dem Mikrofon dem ORF keine Stellungnahme abgeben. Im persönlichen Gespräch sagte er aber, dass er nichts zu verbergen und kein schlechtes Gewissen habe. Man könne jederzeit zu ihm auf den Hof kommen und sich das Umladen der Kälber anschauen und sogar filmen.

Er habe aber etwas gegen Einbrecher und Kriminelle, vor denen er im eigenen Haus nicht sicher sei. Gemeint sind damit jene Personen, die heimlich auf seinem Hof Filmaufnahmen gemacht haben.

Veterinärabteilung: Strafanzeige erstattet

Bei der Landwirtschaftskammer weist man die Vorwürfe der systematischen Misshandlung zurück. Es handle sich um schwarze Schafe, die dementsprechend mit Konsequenzen rechnen müssten, sagt Thomas Jutz, Fachbereichsleiter der Abteilung Tierzucht.

Die Veterinärabteilung des Landes hat nach eigenen Angaben bereits eine Strafanzeige erstattet. Bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft sei ein Strafverfahren eingeleitet worden, so Landesveterinär Norbert Greber in einer Aussendung am Sonntagnachmittag.

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