Diskussion um Pflichtbeiträge für AK und WK

Die diskutierte Abschaffung der Pflichtbeiträge für Arbeiter- und Wirtschaftskammer sorgt für Unmut bei den Arbeitnehmer-Vertretern. Während die Arbeiterkammer diese Diskussion unnötig findet, ortet die Wirtschalfskammer sogar Reformbedarf.

In Wien sondert ÖVP-Chef Sebastian Kurz derzeit die Lage für die Regierungsbildung. Im Raum steht eine Koalition mit der FPÖ. Eine Bedingung der Freiheitlichen stellt die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft bei Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer dar. Auch die NEOS haben diese Forderung bereits gestellt. Doch diese Diskussion kommt vor allem bei den Arbeitnehmer-Vertretern nicht gut an.

TED-Umfrage: Mehrheit für Pflichtmitgliedschaft

Die „Vorarlberg heute“-Redaktion hat ihre Zuschauer gefragt: „Soll die Pflichtmitgliedschaft bleiben?“ 3076 Anrufer meldeten sich, 52 Prozent stimmten für „Ja“, 48 Prozent für „Nein“.

Anlaufstelle bei Problemen und Fragen

Laut AK-Präsident Hubert Hämmerle ist die Arbeiterkammer in der jetzigen Form weiterhin nötig, schließlich würden Interessierte und Betroffene die Hilfe- und Serviceleistungen regelmäßig nützen. Die Arbeiterkammer stehe für die arbeitenden Menschen ein, dass müsse auch so bleiben. So sei die Arbeiterkammer laut Hämmerle für die 150.000 Mitglieder in Vorarlberg die erste Anlaufstelle bei Problemen oder Fragen.

Die losgetretene Diskussion löst auch bei den Mitgliedern Kopfschütteln aus: Eine Änderung wäre sinnlos, persönliche Gespräche seien wichtiger als Informationen aus dem Internet. Wenn alles passe, dann brauche man keine Hilfe. Sobald es jedoch Probleme gebe sei die Arbeiterkammer unumgänglich, so lauten die ersten Reaktionen. Viele Arbeitnehmer würden eine Veränderung also als Einschnitt empfinden.

Metzler: Mitglieder bleiben freiwillig

Deutlich entspannter wird die Diskussion bei der Wirtschaftskammer wahrgenommen. Die Solidaritätsgemeinschaft mache Sinn, es bedürfe aber einer Reform. Die Grundstruktur müsse verändert werden, schließlich gehe es hier um Themen wie beispielsweise die duale Ausbildung oder die Digitalisierung. Schließlich würden viele Unternehmer freiwillig Mitglied bleiben, um wie bisher unterstützt zu werden, sagt Hans-Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer.

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Sozialpartner werden zum Spielball bei Koalitionsverhandlungen: Ende der Arbeiterkammer- und Wirtschaftskammer-Pflichtmitgliedschaft steht zur Diskussion.

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