Montafon: Neue Angebote stoßen auf Widerstand

Die Bergbahnen im Montafon wollen den Sommertourismus weiter ausbauen. Die dafür geplanten Projekte sorgen im Tal jedoch für Diskussionsstoff. Vor allem der Bau des sogenannten „Flyliners“ bringt Widerstand mit sich.

60 Prozent der jährlichen Übernachtungen fallen im Montafon in die Wintersaison. Die Silvretta Montafon macht mit ihren Bahnen 94 Prozent des Umsatzes in den Wintermonaten. Deshalb planen die Bergbahnen in Zukunft auch den Sommertourismus in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten zu rücken, zum Vorteil für das ganze Tal, sagt Vorstandsmitglied Peter Marko. Neue Attraktionen würden der ganzen Tourismusbranche helfen, den Hotels, den Restaurants und auch den verschiedenen Geschäften im Tal, denn diese würden Gäste anziehen.

„Flyliner“ stellt für Vögel große Gefahr dar

Am Golm ist heuer ein Rutschenpark errichtet worden und am Hochjoch wurde ein Klettersteig eröffnet. Ein ins Auge gefasster „Flyliner“ am Kapell, bei dem die Gäste mit Hilfe von Stahlseilen durch den Wald schweben, stößt auf heftigen Widerstand aus der Jägerschaft. Kritisiert wird, dass das 2,4 Kilometer lange Trageseil von hunderten dünneren Stahlseilen stabilisiert und niedergespannt wird, erklärt der ehemalige Landesjägermeister, Ernst Albrich. Vor allem für Vögel könne dieses Netz eine große Gefahr darstellen.

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Die im Montafon geplanten neuen Sommeraktionen kommen bei den Bewohnern nicht gut an. Vor allem der „Flyliner“ sorgt für Unmut.

„Eingriff in die Natur ist überschaubar“

Die Gemeinde Schruns stehe hingegen mehrheitlich hinter den Ausbauplänen am Hochjoch. Mehr Gäste im schwachen Sommer wären für alle Tourismusbetriebe im Tal notwendig. Der „Flyliner“ komme zudem ohne zusätzlichen Bodenverbrauch aus, sagt Bürgermeister Jürgen Kuster. Der Eingriff in die Natur sei überschaubau, genauso wie der bauliche Eingriff, so könnte der „Flyliner“ auch wieder rasch abgebaut werden.

Naturschutzanwältin: Natur ist das Kapital der Region

Biken, Wandern, Klettern und Seilanlagen wie der „Flyliner“ - darauf setzt der Sommertourismus auf dem Berg. Die Aktivitäten sollten gut abgestimmt werden, damit die Natur nicht noch mehr in Mitleidenschaft gezogen werde, sagt Naturschutzanwältin Katharina Lins. Denn meist haben tolle Ideen Nachteile für die Natur, die man eigentlich auch vermarkten möchte. Dass die Natur das Kapital des Montafons darstellt, ist auch Peter Marko aus dem Vorstand der Silvretta Montafon bekannt: Gäste sind für die Tourismuswirtschaft im Land wichtig und sichern Arbeitsplätze, auch für die Zulieferbetriebe. Eine intakte Natur ist gleichzeitig aber auch der Grund warum Gäste Vorarlberg als Urlaubsland vorziehen.

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