Rassismus-Skandal bei Altach-Match: Spielsperre und Verfahren

Nach dem Cupspiel von Altach in Gurten hat der ÖFB ein Verfahren gegen Union Gurten eingeleitet, da es im Publikum zu rassistischen Beschimpfungen kam. Zudem bleibt Altach-Stürmer Tekpetey aufgrund seiner Reaktion für ein Spiel gesperrt.

Der Strafstenat der Österreichischen Fußball-Bundesliga hat in einer Sitzung am Donnerstag entschieden, dass Altach-Stürmer Bernard Tekpetey wegen unsportlichem Verhalten für zwei Spiele gesperrt wird, eines davon bedingt auf sechs Monate.

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Skandal beim Altach-Match am Mittwoch. Der Sieg im ÖFB-Cup bei Regionalligist Gurten wurde zur Nebensache, denn das Spiel wurde von einem Eklat überschattet.

Geste wird als unsportliches Verhalten eingestuft

Laut Urteilsbegründung konnte nach intensivem und mehrmaligem Videostudium keine offensichtlich falsche Disziplinarentscheidung des Schiedsrichters festgestellt werden. Das Verhalten des Spielers wurde als unsportlich bewertet, wobei in der Urteilsfindung der Umstand, dass der Spieler Provokationen ausgesetzt war, stark mildernd berücksichtigt wurde. Bei der Sitzung des Strafsenats war auch Altach-Teammanager Mario Mayer und Altach-Stürmer Bernard Tekpetey dabei.

Bernard Tekpetey
GEPA Pictures/Florian Ertl

Konkret ging es bei der Sitzung des Strafsenats um den Ausschluss von Altach-Stürmer Bernard Tekpetey nach seinem Torjubel, bei dem er die Geste des Halsabschneidens gezeigt haben soll. Auslöser waren rassistische Beleidigungen der gegnerischen Fans im Stadion, heißt es Seitens des Vereins. Ein Spielabbruch stand im Raum.

Längle: Rassismus wird nicht toleriert

Laut Altach-Geschäftsführer Christoph Längle habe es bisher noch nie eine derartige Situation gegeben. Rassismus gehöre nicht auf und auch nicht neben das Spielfeld und sei abzulehnen. Dafür habe auch Altacher Verein kein Verständnis. Längle ist jedoch darüber verwundert, dass niemand etwas gegen die Beschimpfungen gemacht hat und keine Maßnahmen ergriffen wurden. Er habe bereits mit Bernard Tekpetey gesprochen, und dieser habe ihm versichert, dass seine Handbewegung kein Halbsabschneiden bendeutet habe. Dass er nun für das nächste Spiel gesperrt sei, sei Schade.

Bernard Tekpetey
GEPA Pictures/Florian Ertl

Gurten: Ebenfalls Sanktionen möglich

Wegen möglicher rassistischer Äußerungen wird zudem das ÖFB-Komitee für Cup-Bewerbe gegen den Verein Union Gurten ein gesondertes Verfahren einleiten. In diesem Verfahren werden beide beteiligten Vereine die Möglichkeit zur Stellungnahme bekommen. Eine Entscheidung über mögliche Sanktionen wird durch das Komitee für Cup-Bewerbe gefällt und erfolgt zeitnah nach Einholung der Stellungnahmen und einem etwaigen mündlichen Verfahren, heißt es beim ÖFB.

Der Verein Gurten hat sich bereits in Sozialen Medien zum Spiel geäußert: „Unser Verein steht für Integration und ein freundliches Miteinander. Zuschauer die meinen, sie müssten durch rassistische und beleidigende Wortmeldungen auf sich aufmerksam machen erteilen wir eine klare Absage. Solche Verhaltensweisen werden in unserem Stadion nicht geduldet. Wir werden alles daran setzen diese Personen ausfindig zu machen und ein entsprechendes Stadionverbot auszusprechen.“

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