Grüne fordern mehr Kindergartenpädagogen

Laut den Grünen gibt es in Vorarlberg zu wenig Kindergartenpädagogen in den einzelnen Einrichtungen. Das derzeit im Land geltende Betreuungsverhältnis sei nicht ausreichend, sagt Bildungssprecher Harald Walser.

Der Oberste Gerichtshof hat kürzlich einem fünfjährigen Mädchen einen Schadenersatz zugesprochen. Das Kind hatte sich bei einer Turnstunde im Kindergarten verletzt. Laut OGH hat die zuständige Kindergartenpädagogin, die zum Unfallzeitpunkt auf 21 Kinder aufpassen musste, gegen die Sorgfaltspflichten verstoßen. Die Vorarlberger Grünen nehmen diesen Fall nun zum Anlass, um auf das Betreuungsverhältnis in den Kindergärten hinzuweisen.

Bei mehr als 16 Kinder braucht es eine Hilfskraft

Für wie viele Kindergartenkinder ein Pädagoge zuständig ist, ist in Vorarlberg gesetzlich genau geregelt. Laut Kindergarteninspektorin Andrea Drexel ist das Verhältnis in der Regel 1:16. Das heißt, ein Pädagoge darf maximal 16 Kinder betreuen. Auch ein Verhältnis von 1:23 sei möglich, sagt Drexel. Jedoch nur wenn der Pädagoge von einer Hilfskraft unterstützt wird. Für den Grünen-Bildungssprecher Harald Walser ist das nicht ausreichend.

Walser will künftig einen Betreuungsschlüssel von 1:7 einrichten. Diesen gebe es bereits in Finnland, und auch in Südtirol sei er ähnlich niedrig. Dahin müsse man auch in Vorarlberg kommen, auch wenn es eine Zeit lang dauern werde, sagt Walser. Jedoch handle es sich beim Kindergarten um die erste Bildungseinrichtung, und die müsse entsprechend ausgestattet sein. Laut Drexel gibt es in heimischen Kindergärten bereits ein Verhältnis zwischen Pädagogen und Kindern von 1:7. Jedoch nur bei Gruppen, die ausschließlich aus dreijährigen Kindern bestehen.

Einheitliche Regelung wünschenswert

Walser spricht sich für eine bundesweit einheitlich Regelung aus. Denn derzeit ist das Betreuungsverhältnis in Kindergärten von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Ein weiteres Problem ist laut Walser das oben angeführte Urteil des Obersten Gerichtshofes. So werden Pädagogen und Lehrer dadurch zunehmend verunsichert. Laut Walser braucht es daher vom Gesetzgeber ein deutliches Signal, dass die Kindergartenpädagogen in solchen Fällen nicht alleine gelassen werden.

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