„Faire Lehre“: Grüne setzen auf Lehrausbildung

Die Grünen haben am Dienstag in Feldkirch ihren speziell auf Jugendliche ausgerichteten Wahlkampf in Vorarlberg gestartet. Im Mittelpunkt steht dabei ein 10-Punkte-Programm für die Ausbildung von Lehrlingen.

Präsentiert wurde das Grünen-Programm von der Vorarlberger Jugendsprecherin Nina Tomaselli und Zukunftshoffnung Julian Schmid - jenem Mann, der Peter Pilz vom vierten Platz auf der Bundesliste verdrängt hat. „Ich habe 10 Punkte erarbeitet, mit denen die Lehrausbildung optimiert werden soll - vom Mindestlohn über Coachingkonzepte bis zum Erasmus für Lehrlinge“, so der mit 28 Jahren derzeit jüngste Abgeordnete im Nationalrat.

700 Euro Mindestlohn gefordert

Laut Schmid muss eine bessere Durchlässigkeit bei der Lehrausbildung ermöglicht werden: „Bildungssackgassen vermeiden ist die Devise! Lehre mit Matura, überbetriebliche Fortbildungsmöglichkeiten und entsprechende Berufsberatung sollten daher forciert werden.“

Grüner 10-Punkte-Plan
Grüne
Vorarlbergs Grünen-Jugendsprecherin Nina Tomaselli (links) und Nationalratsabgeordneter Julian Schmid (rechts) präsentierten vor der Wirtschaftskammer Vorarlberg ihre Forderungen für die Lehrlingsausbildung.

Zu einer fairen Lehre gehöre auch ein fairer Lohn, geben Tomaselli und Schmid zu bedenken. In Anlehnung an den von den Grünen geforderten Mindestlohn von 1.750 Euro sollten Lehrlinge 40 Prozent – also mindestens 700 Euro – erhalten. „Damit sichern wir Lehrlinge finanziell ab. Wir schließen damit aber auch die derzeit großen Lücken beim Lohnniveau von frauen- und männerspezifischen Berufen“, so Tomaselli.

WK: Sozialpartner sollen entscheiden

Die Wirtschaftskammer Vorarlberg steht den Forderung der Grünen nach einem Mindestlohn für Lehrlinge recht gelassen gegenüber. Für Christoph Jenny, den Leiter der Lehrlingsstelle, geht es dabei um dieselbe Diskussion wie beim allgemeinen Mindestlohn.

„Die Erfahrungen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass die Verhandlungen über Mindestlöhne - das gilt für mich auch für die Lehrlingsentschädigung - bei den Sozialpartnern durchaus in den richtigen Händen sind, weil die Sozialpartner aus der jeweiligen Branche kommen, die Verhältnisse in der jeweiligen Branche kennen und durchaus in der Lage sind, hier angemessene Entschädigungen festzulegen“, so Jenny.

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