„Keine Schließungsgefahr für Hörbranz-Standort“

Eine mögliche Schließungsgefahr beim Hörbranzer Bettwarenhersteller Sleepwell Kauffmann wird von der Geschäftsführung entschieden verneint. Derzeit prüft der Mehrheitseigentümer die insgesamt sechs Produktionsstätten, sie sollen auf drei reduziert werden.

Das Unternehmen Sleepwell Kauffmann wurde 2007 als Nachfolgegesellschaft der Bettfedernfabrik Kauffmann gegründet. Es gehört der Austro Holding rund um den bekannten Wiener Sanierungsmanager und Investor Erhard Grossnigg. Der Unternehmer hat nach der Übernahme des deutschen Bettwarenherstellers Sanders nun angekündigt, den gesamten Firmenkomplex mit insgesamt sechs Produktionsstandorten auf drei zu reduzieren.

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„Keine Schließungsgefahr“

Könnte der Betrieb des Bettwarenherstellers in Hörbranz geschlossen werden? Diese Frage steht im Raum, seit bekannt ist, dass drei Standorte zugesperrt werden sollen.

Geschäftsführung: Keine Gefahr für Hörbranz

Derzeit werden alle einer Prüfung unterzogen und da will Hörbranz mit der internationalen Kompetenz im Daunensektor überzeugen, heißt es von der Geschäftsführung, die aus heutiger Sicht keine Schließungsgefahr für den Betrieb sieht. Pro Jahr verarbeitet Sleepwell Kauffmann rund 250 Tonnen Daunen und Federn. Daraus werden 110 000 Decken und 90 000 Kissen hergestellt.

Die Restrukturierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre und die Straffung der Produktion waren erfolgreich. So schrieb das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 wieder schwarze Zahlen, da erzielte die Firma einen Umsatz von 12,6 Millionen Euro. In diesem Jahr werden laut Geschäftsführung ähnliche Umsatzzahlen angestrebt.

Entscheidung wird Ende September gefällt

Bis Ende September will der Mehrheitsgesellschafter Grossnigg seine Standortentscheidungen bekanntgeben. Bei Sleepwell Kauffmann sind derzeit gut 70 Mitarbeiter beschäftigt, im Unternehmen gibt es keinen Betriebsrat. Wenn die Mitarbeiter einen Sozialplan anstreben, dann stellt der fehlende Betriebsrat ein Problem dar, erklärt Bernhard Heinzle, Geschäftsführer der Gewerkschaft für Privatangestellte in Vorarlberg. So können Sozialpläne nur dann vereinbart werden, wenn ein Betriebsrat im jeweiligen Unternehmen vorhanden ist, das würden jedoch nur wenige Angestellte und Arbeiter wissen.

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Ohne Betriebsrat kein Sozialplan
In Vorarlberg Heute war am Dienstag Gewerkschaftsleiter Bernhard Heinzle zu Gast. Das gesamte Interview können Sie hier nachsehen.

Gewerkschaft: Ohne Betriebsrat kein Sozialplan

Einen Betriebsrat zu gründen ist laut Heinzle nicht schwer. In erster Linie müssen die Mitarbeiter entscheiden ob sie einen wollen und dann diesen wählen. Meist kommen die Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens auf die Gewerkschaft zu, um den Betriebsrat gemeinsam zu bestimmen. Das passiere regelmäßig, sagt Heinzle. So hätten lediglich zwei der Top 20 Unternehmen in Vorarlberg keinen Betriebsrat.

Auch wenn die Geschäftsführung eines Unternehmens gegen einen Betriebsrat wäre, in diesem Fall wären die Mitarbeiter gesetzlich geschützt - wer einen Betriebsrat gründen will, der kann das auch machen, sagt Heinzle. Vielfach stellen die Mitarbeiter dann auch bereits nach kurzer Zeit fest, wie wichtig ein Betriebsrat ist. So können dadurch viele Dinge auf dem einfachen Weg und vor allem intern geregelt und vereinbart werden, wie beispielsweise flexible Arbeitszeiten oder Fortbildungen.

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